Basis ohne Geld

Wenn es nach dem Willen der Arbeitsministerin geht, soll es in Zukunft kein Hartz IV mehr geben. Aus Marketinggründe werden die bisherigen Leistungen umgetauft in „Basisgeld”.

Ein sehr eigenartiger Begriff,suggeriert „Basis” doch, dass es wie bei Produkten im Handel üblich auch Erweiterungen gibt. Davon ist in Bezug auf Sozialleistungen aber eher nicht auszugehen.

Wer irgendwo lediglich ein „Basismodell” kauft, entschuldigt sich meistens damit, dass es finanziell derzeit zu mehr nicht gereicht hätte. Genau das trifft ja auch auf Hartz IV zu. Mehr kann oder will die Bundesregierung nicht leisten.

Das die Leistungen nicht „Grundsicherung” genannt werden, liegt auf der Hand. Denn das würde sugerieren, mit dem gezahlten Geld stelle sich so was wie Sicherheit ein, die einen ruhig schlafen lässt, weil sich zumindest um die grundlegenden Dinge keine Sorgen mehr machen muss.

Basisgeld. Wenn man ein Produkt umbenennt, gibt es in der Regel eine Werbekampagne dazu. Nicht selten wird versucht, dass Vertrauen des Konsumenten in die Marke dadurch aufrecht zu erhalten, in dem Versprechungen mit dem neuen Namen verbunden werde – und sei es nur das, dass sich am bewährten nichts ändern wird. Oder aber es gibt eine verbesserte Rezeptur, mehr Leistung, mehr Inhalt.

Beim Basisgeld ist nicht davon auszugehen. Frau von der Leyen könnte mit dem Spruch „Gleicher Inhalt, gleicher Preis” werben. Oder „Basisgeld. Sonst ändert sich nichts.” Wobei das auch positiv ausgelegt werden könnte. Jedenfalls mit viel Phantasie.

Am Ende ist es doch so, dass mit dem neuen Begriff nicht das Negativimage verschwindet. Man macht es nur einem Teil der Betroffenen schwieriger, darüber zu reden:

Ey, isch krisch Hartz IV

geht ja noch. Aber mit „Basisgeld” geht der Satz nicht mehr so über die Lippen.

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