Abenteuer S6

Es gibt Dinge, die sollte man nur einmal im Leben machen. Keine Ahnung, warum mir jetzt gerade einfällt, dass DER CHEF und ich heute unseren 11. Hochzeitstag haben.

Wie dem auch sei, eigentlich wollte ich ja auch über was ganz anderes schreiben. Von Essen bis Köln-Hansaring, quasi bis vor die Haustür fährt eine S-Bahn. Da ist es naheliegend, diese Verbindung, bei der ich nicht umsteigen muss, mal auszuprobieren.

Gestern Abend habe ich es dann auch mal gewagt. Meine Rechnung war dabei ganz einfach. Ich war kurz nach sechs am Essener Hauptbahnhof. Also zu spät für den ICE um 17:59 und deutlich zu früh für den um 18:36 Uhr. Beim 36er steige ich normaler Weise in Köln-Deutz aus und in die S-Bahn nach Köln-Hansaring ein. Häufiger ist das dann genau die S6.

Würde ich also direkt mit der S6 fahren, so meine Überlegung, so wäre ich zum gleichen Zeitpunkt zu Hause. War ich auch. Die deutlich längere Fahrzeit hätte ich aber besser in der DB-Lounge bei einem Kaffee oder einer Apfelschorle verbracht.

Während der ICE nur in Duisburg, Düsseldorf Flughafen, Düsseldorf Hbf und eben Köln-Deutz hält, macht die S-Bahn an jedem Zaun, wo zufällig ein toter Hund drüber hängt, halt. Jedenfalls kam mir das so vor.

Kennen gelernt habe ich dabei sehr beschauliche Orte in Essen, wo ich nicht mal meine Schwiegermutter aussetzen würde, und einen Teil von Ratingen, der wirklich einladend aussah. Dafür gab es dann Richtung Leverkusen eine Haltepunkt auf der grünen Wiese. Eine Zufahrtsstrasse und ein einzelnes Hochhaus, sonst weit und breit nichts. Wer da wohnt, hat vermutlich schon mit dem Leben abgeschlossen.

Die Mitreisenden waren größtenteils ruhig, bis auf so ein paar Essener Reiche-Eltern-Kinder mit Skateboards, die sich für den Nabel der Welt hielten.

Wie aber bereits einleitend gesagt, manche Dinge muss man nicht mehr als einmal machen. Eine Fahrt mit der S6 reicht mir. Vor allem möchte ich nicht auf der Strecke zu späterer Stunde unterwegs sein.

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