Defilibra

In den Nachtmodus geschaltet fuhr das Haus an den Außenwänden seine Stachel aus. Jeder von ihnen konnte ein lähmendes Gift verspritzen. Auf diese Weise war es in den so genannten besseren Wohnungen in den letzten Jahren nicht mehr zu den diversen Form des Vandalismus gekommen.

Früher gab es Menschen, die nannten es Grafiti oder sogar Kunst. In der Regal aber war es eine teuer zu beseitigende Schweinerei. Teflonfarben, Lotuseffekt-Wände oder Überwachungskameras hatten sich recht schnell als ineffektiv herausgestellt. Der ISA (Immobilien Schutz Akt) von 2013 ermöglichte es, Häuser offensiv statt nur defensiv zu verteidigen.

Sicher, gab in den ersten Monaten sehr hässliche Unfälle. Neben den sehr reisserischen Schlagzeilen in den Medien störten sich die meisten Hausbesitzer hauptsächlich daran, morgens auf dem Weg zur Arbeit vor ihrer eigenen Haustür über tote Teenager zu stolpern. Erst die Entwicklung von Defilibra sorgte für eine allgemein akzeptierte Lösung. Das äußerst wirksame Gift lähmte den Körper, versorgte ihn aber gleichzeitig mit Nährstoffen und hielt ihn selbst in Winter so warm, dass das Erfrierungen ausgeschlossen waren.

Noch vor Sonnenaufgang wurden die Körper von einem Servicewagen des Herstellers eingesammelt und an die örtliche Polizeistelle übergeben. Jedenfalls in den meisten Fällen. Immer wieder gab es Gerüchte von spurlosen Verschwundenen. Bewiesen werden konnte jedoch nie was.

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