Froschschenkel zum Frühstück

Der Kölner an sich, so viel steht nach etwas über zwei Wochen fest, ist eigen. So ist es zum Beispiel weit verbreitet unter den Einheimischen, rote Ampeln nur als Handlungsempfehlung aufzufassen.

Belehren oder bevormunden lässt sich der Kölner nicht. So wird also munter das rote Licht ignoriert – selbst von Bussfahrern der Stadt. Eine Eigenheit, die ein Imi nur all zu schnell übernimmt. So gibt es also Grün und gefühltes Grün.

Über Fahrradfahrer auf der falschen Seite (nicht zu verwechseln mit der Schäl Sick), sollte man sich auch nicht wundern und vor allem nicht ärgern. Leben und leben lassen (auf Kölsch: Leeve un leeve losse) heißt hier die Devise.

Das man aber auch gut aneinander vorbei leben kann, zeigen die Nachbarn. So richtig kennen gelernt haben DER CHEF und ich bisher nur das Ehepaar aus dem Dachgeschoss samt ihrem Dackel, der selbstverständlich ein Halstuch von 1. FC Köln trägt. Sein Herrchen ist dabei ein echtes Original, dass der Meinung ist, wie wären nur wegen des Karnevals nach Köln gezogen.

Ich für meinen Teil habe da ja eine ganz andere Theorie, auch was unsere anderen Nachbarn angeht. Zumindest aber, so viel sei gesagt, konnte ich meine Niederländisch-Kenntnisse erweitern.

Was auch etwas verwunderlich ist und vermutlich wenig mit dem Internet zu tun hat: Nadine und ich sind im Haus die Einzigen Zeitungsleser. Gut, das hat auch Nachteile. Wir haben nicht nur somit den größten Berg Altpapier pro Woche sondern leben auch in ständiger Angst, dass uns morgens die Zeitung geklaut wird. Die steckt nämlich nicht im Briefkasten, der sich im Hausflur befindet, sondern wird vom Boten mangels andere Möglichkeiten an die Haustürklinke geklemmt.

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