Notlage hemmungslos ausgenutzt

Vieles in unserem Land ist damit verbunden, dass man dafür zahlt. Mal mehr, mal weniger. Manchmal freiwillig, ein anderes Mal nicht ganz so freiwillig. Dabei gibt es auch Situationen, wo die Notlage eines Menschen hemmungslos ausgenutzt wird.

Wer schon mal unterwegs war und dringend auf’s Klo musste, weiss wovon hier die Rede ist. Geld stinkt nicht. Auch nicht das Geld, was mit den großen und kleinen Geschäften gemacht wird. Der Besuch einer öffentlichen Toilette (wobei „öffentlich” hier fehl am Platz ist, denn die sanitären Anlagen sind allesamt privatisiert) kostet ab 50 Cent aufwärts. Dabei ist der Zustand der Einrichtung völlig unerheblich.

Kenner unterscheiden dabei zwei verschiedene Ansätze. Beim ersten wird eine Art Eintrittsgeld gezahlt, was bei einem besonders dringenden Bedürfnis schon mal in die Hose gehen kann. Ein anderer Weg ist die dankbare „Spende” an den Klomann oder die Klofrau beim Verlassen der Örtlichkeit. Im Gegensatz zum Klingelbeutel sieht hier jeder, was man zu geben bereit ist.

Wie dem auch sei, für diejenigen von uns, die mit dem Auto unterwegs sind, wird der Besuch einer Toilette an einer der zahlreichen Autobahnraststätten jetzt um ganze 40 Prozent teurer. Begründet wird dies vom Betreiber Sanifair damit, dass der Leistungsumfang deutlich verbessert worden sei. Fragt sich nur, was wir uns darunter vorzustellen haben. Werden die Klos jetzt häufiger geputzt? Gibt es feuchtes, leicht angewärmtes Klopapier? Duften die Einrichtungen künftig nach Lavendel?

Fragen über Fragen, wobei es sogar welche gibt, die man sich gar nicht traut zu stellen.

Kommentar verfassen