Pfandstücke

Pfandstücke

Der erste Sieg der deutschen Fußballmannschaft bei der WM in Südafrika dürfte mit reichlich Bier gefeiert worden sein. Kaum still und heimlich dürfte sich derzeit auch ein Industriezweig freuen, dem es schon. mal erheblich schlechter ging. Die Getränkedosen sind zurück und ihre Hersteller, frei von ökologischer Vernunpft, feiern das als Sieg.

Bier aus Dosen zu trinken, soll bequemer für die Kunden sein. Mittlerweile auch besser für die Umwelt, wie die Hersteller nicht müde werden zu behaupten. In einer Hinsicht mag das sogar, richtig sein, denn Dosen hinterlassen beim Wegwerfen keine Glassplitter. Angesichts betrunkener Fans, die garantiert kein Pfand einlösen, keine schlechte Option.

So mancher wird sich beim Public Viewing sicher auch darüber freuen, statt einer leeren Bierflasche nur eine ebenso leere Dose an den Kopf geworfen zu bekommen. Der passende Werbespruch der Hersteller wäre dann wohl „Dosen retten Leben”.

Bleiben wir bei den Tatsachen. Die Dose war und ist ökologischer Unfug, wird es auch immer sein. Es zählt nicht nur der Transportweg, sondern die Gesamtbilanz. Das sich mit der Dose mehr Geld verdienen lässt, ist der Umwelt herzlich egal. Wer jetzt von einem Scheitern des Zwangspfands auf Dosen redet, hat den Sinn nicht verstanden. Wenn man eine Lehre ziehen kann aus dem neuerlichen Versuch der Industrie, die Dose wieder in die Regale der Supermärkte zu führen, dann die, dass das Pfand noch nicht hoch genug war.

2 Replies to “Pfandstücke”

  1. Jeder weiss doch, das es das es für einen Dosenbiertrinker das Größte ist, die leere Dose bis zur Unkenntlichkeit zu verformen. Die Rücknahme wird, wegen nicht mehr lesbarer Pfandzeichen verweigert und Zack, wieder 0,25 € für die Getränke-/Pfandindustrie (oder weiviel es auch immer für eine Dose gibt).
    So hoch kann das Pfand wahrscheinlich gar nicht sein, das man in „Partylaune“ noch daran denkt, die Dosen so pfleglich zu behandeln, das der Rücknahmeautomat sie noch annimmt.

  2. Früher gab es mal die Forderung „5,- DM/Liter Benzin“ – könnte umgemünzt werden: „5,- EUR Pfand/Dose“.
    Als ich Anfangs der 80iger in den USA war, gab es dort Automaten, die die Dosen auch im zerknautschten Zustand als solche erkannten und den Pfandbetrag (damals 5 US-Cent) gutschrieben. So man will, geht es!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren