Politik als Lebensinhalt

Die Lebenserfahrung des normalen Bürgers lehrt, dass Politiker entweder mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt werden, über Affären stolpern und tot von der Regierungsbank kippen. Freiwillig geht eigentlich keiner.

Das Roland Koch jetzt geht, freiwillig und angeblich von langer Hand vorbereitet, kann sich einfach niemand vorstellen. Unser Gehirn weigert sich zu glauben, dass der hessische Ministerpräsident freiwillig geht.

Ist er schwer krank? Hat Angela Merkel noch eine Akte über ihn? Viele Gerüchte kusieren jetzt. Dabei ist es nicht mal sicher, ob es hinter der Ankündig noch eine Warheit gibt.

Das ausgerechnet Koch, der seit seinem 14. Lebensjahr Mitglied in der CDU ist sagt, dass Politik nicht alles sei, wirkt befremdlich. Vor allem deshalb, weil wohl die meisten ihm eher zugetraut hätten, zum Königsmörder zu werden um Merkel zu beerben.

Die CDU verliert mit ihm einen echten Hartleiner, einen bissigen Kampfhund, der nicht davor zurück schreckte, in den eigenen Reihen zu wüten. Für den politischen Gegner gilt wohl das, was Jürgen Trittin gestern auf den Punkt brachte:

Ich werde ihn nicht vermissen.

Das Einzige, was an Koch positiv in Erinnerung bleiben wird, ist sein Einsatz für Tibet und seine Freundschaft zum Dalai Lama. Vielleicht geht Koch ja auch nicht in die Wirtschaft, wie jetzt kolportiert wird, sondern in ein buddhistisches Kloster.

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