Leerverkäufe

Das große Thema diese Tage sind die so genannten Leerverkäufer – das Schreckgespentst für jeden ehrlichen Iman, der sein Geld im Sparstrumpf hat. Für was er spart, soll uns an dieser Stelle nicht interessieren.

Also Leerverkäufe. Versuchen wir mal in einfache Worte zu fassen, was damit gemeint ist. Nehmen wir mal an, ich verkaufe jemanden 10 Aktien von VW zum Preis von 100 Euro pro Stück, ohne dass ich die Aktien selber besitze. Was man im normalen Geschäfsverkehr als Betrug bezeichnen würde, da ich etwas verkaufe, was ich garnicht habe, nennt sich in der Finanzwelt „ungedeckte Leerverkäufe”.

Mit dem Käufer vereinbare ich eine Bereitstellung seiner von mir gekauften Aktien in einigen Tagen. Dabei spekuliere ich darauf, dass der Kurs der Aktie in der Zeit fällt und ich selber diese VW-Aktien zum Stückpreis von beispielsweise 80 Euro kaufen kann. Die Differenz von 200 Euro streich ich dann, abzüglich eventueller Gebühren und böser Steuern, als Gewinn ein. Problematisch wird es nur dann, wenn der Kurs der Aktie nicht sinkt, sondern steigt.

Die kleinen Schwestern der ungedeckten Leerverkäufe sind die gedeckten Leerverkäufe. Hierbei leihe ich mir von jemand anders die VW-Aktien, um sie zu verkaufen. Das Prinzip bleibt das gleiche, nur dass ich die Aktien dann sofort an den den Käufer weiterreiche. Anschließend muss ich mir die Aktien am Markt vor Ablauf der vereinbarten Leihzeit mit dem ursprünglichen Besitzer wieder kaufen, damit ich sie zurück geben kann.

Wer sich das nüchtern und mit Verstand durch den Kopf gehen lässt, kann durchaus zum Schluss kommen, dass Pferdewetten etwas grundsolides sind.

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