ImageMagick unter Snow Leopard

Wenn man nach einem langen Arbeitstag und einer Zugverspätung von 90 Minuten abends um 21:30 Uhr zu Hause gibt, dann gibt es bestimmte Dinge, die man nicht machen sollte. Dazu gehört zum Beispiel die Installation von neuer Software auf dem Produktivrechner – insbesondere dann, wenn es Programme sind, die tief in das System eingreifen.

Das ich mich das gestern trotzdem getraut habe, liegt an der Verwendung meines Backups für die Installation. Vielleicht nicht die klügste Idee, aber immer noch besser, als direkt das System zu verhunzen und dann mühevoll das Backup wieder einspielen.

Nach etwas mehr als einer Stunde war ich mir dann sicher, auch am am Livesystem die Installation vornehmen zu können. Während ich heute morgen genüsslich beim Frühstück saß, rackerte sich mein Mac Book mit der Installation von ImageMagick ab.

Warum ich ImageMagick installieren wollte, ist einfach erklärbar. Für die Entwicklung von TYPO3-Extensions habe ich auf meinem Rechner gerne zumindest ähnliche Bedingungen wie auf den Servern, wo das fertige Projekt später läuft. Das ist schon länger nicht mehr der Fall gewesen, da bei TYPO3 einige Fehler im Install-Tool auftraten. Unter anderem wollte mein Mac Rosetta installieren.

Ursache dafür war eine ImageMagick Version von 2004. Das kommt davon, wenn man den Migrationsassistenten bei jedem Rechnerwechsel verwendet, statt das System sauber neu aufzusetzen. Da ImageMagick kein Bestandteil von Mac OS X ist, habe ich vor Ewigkeiten mal installiert – damals als fertiges Pakte von Marc Liyanage. Das wird mittlerweile nicht mehr angeboten, da es eine offizielle Binärversion gibt. Beim Versuch, diese zu installieren, bin ich aber kläglich gescheitert.

Als nächstes kam ich dann auf die Idee, direkt die Quelldatei zu kompilieren. Da auf meinem Rechner die Entwicklungstools installiert sind und ich in der Vergangenheit schon andere Sache wie zum Beispiel wget selbst kompiliert hatte, hielt ich das für eine gute Idee. War sie auch, denn danach lief ImageMagick wieder und die Fehlermeldung im Installtool von TYPO3 war auch verschwunden.

Jedoch war das ganze weit davon entfernt, perfekt zu sein, denn mir fehlten eine ganze Menge von Paketen, ohne die ImageMagick keinen Sinn macht. Es ließen sich weder PNGs noch JPEGs erzeugen. Natürlich kann man das alles von Hand machen. Dazu müssen dann erst alle erforderlichen Pakete (die unter Umständen dann auch wieder Abhängigkeiten zu anderen Paketen haben) als Source geladen und kompiliert werden, bevor man dann ImageMagick erneut kompiliert.

Für eine „mal eben installieren” bietet sich so was nicht an. Nur zu gut habe ich den Aufwand in Erinnerung, als ich mir Apache selber kompiliert habe. Nach längerer Rechere und dem Abwägen der Vor- und Nachteile habe ich mich dann für MacPorts installiert.

Sobald MacPorts installiert ist im Terminal mit
sudo port -v selfupdate
gebracht wurde, lässt sich ImageMagick mit allen benötigten Komponenten ebenfalls über das Terminal mit dem Befehl
sudo port install imagemagick
installieren. Damit das gelingt, müssen allerdings die Entwicklertools von Mac OS X auf dem Sytsem vorhanden sein, denn MacPorts lädt sich alle benötigen Pakete als Quelldatei und kompiliert diese.

Das Ganze dauert dann zwar etwas, aber im Ergebnis erhält man ein System, auf dem ImageMagic mit TYPO3 (zum Beispiel unter MAMP) sauber läuft.

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