Neue Diskussionskultur

Neue Diskussionskultur

Über Nacht habe ich von der Landtagswahl geträumt. Genauer gesagt, von einer Diskussionsrunde mit Spitzenkandidaten aller Parteien. Kann sein, dass es an der heute im Fernsehen laufenden Sendung liegt, aber die wird ungesehen an mir vorbeiziehen.

Wir dem auch sei, der Traum jedenfalls war recht eigenartig. Plötzlich waren es keine Spitzenkandidaten mehr, sondern junge Parteimitglieder aus den Nachwuchsorganisationen. Aus irgendeinem Grund war ich als Vertreter der SPD dabei, obwohl ich dem Moderator klar gemacht hatte, das ich kein Juso mehr bin.

Wir einigten uns schießlich auf die Bezeichnung „jung gebliebenes SPD-Mitglied oAuF (ohne Amt und Funktion)”. Mit einiger Verspätung ging es dann los. An dieser Stelle kommen wir zum interessanten Teil des Traums.

Jeder Vertreter einer Partei hatte eine Minute Zeit um vorzutragen, warum man seine Partei nicht wählen sollte. In der darauf folgenden Diskussionsrunde ging es dann darum, seine eigenen Argumente zu entkräften. Abschließend gab es für jeden wieder eine Minute Zeit, um diesmal zu erklären, warum es sich lohnt, seine Partei zu wählen.

Advocatus Diaboli bannte die katholische Kirche früher die Person, die gegen die Seligsprechung argumentierte. Nun haben Politiker nichts mit Seligsprechungen zu tun, aber die Idee, die Argumente der Gegenseitig zu vertreten, hat was. Vielleicht würde das eine ganz neue Art der Diskussionskultur ergeben.

One Reply to “Neue Diskussionskultur”

  1. Auch das würde wohl in den üblichen Phrasen enden.
    Wie würden nichtparteigebundene Wähler ihre Wahl begründen – und das in dem im Artikel beschriebenen zeitlichen Ablauf – das wäre interessant!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren