Das Kreuz mit der Wahrheit

Das Kreuz mit der Wahrheit

Die katholische Kirche macht es einem derzeit nicht leicht. Sicher, ich bin Gott sei Dank evangelisch, aber dennoch lässt es mich nicht kalt, was da passiert. Das wohl einfachste, was man machen könnte zu diesem Thema wäre schweigen. Wie so viele, wie so viele Jahre lang. Das ist aber weder angebracht noch richtig.

Tag für Tag stehen in den Zeitungen neue Enthüllungen. Wenn von Priestern zu lesen ist, die Kinder „körperlich gezüchtigt” haben, stellt man sich automatisch die Frage, ob sie nur prügelten um zu strafen, oder aber ob sie das auch sexuell erregt hat.

Der Missbrauch allein ist schon schlimm genug. Schlimmer aber noch wird er durch schweigen, vertuschen und die Schuld bei anderen (zum Beispiel der aufgeklärten Gesellschaft) suchen. Die katholische Kirche sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob sie in der bisherigen Form noch weiter machen will, kann und darf. Gottgefällig verhält sie sich mit Sicherheit nicht.

Angeblich verzeiht Gott dem reuigen Sünder. Ob das auch für diejenigen gilt, die in seinem Namen schwere Schuld auf sich geladen haben? Die ihr Amt, ihre Weihe missbraucht haben, um ihre eigen sexuelle Perversion auszuleben?

Auch nur annähernd zu begreifen, wie schlimm es für die Opfer nicht nur gewesen ist, sondern immer immer noch ist, fällt nicht leicht. Zum eigentlichen Missbrauch kommt das Gefühl der absoluten Ohnmacht, da sie sich nicht mal mehr an Gott wenden konnten. Wie beten, wenn der Täter von sich behauptet, ein Diener Gottes zu sein?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren