Winterwahnsinn

Die Neue Westfälische hat genug. „Schnee, Eis, Kälte Jetzt reicht’s!” schreibt sie auf der Titelseite und räumt für den dazugehörigen Artikel einen großen Teil der ernsthaften Nachrichten auf der ersten Seite beiseite.

Vielleicht sollte man der NW mal ein Geheimnis verraten. Das Wetter hört auf niemanden. Schon gar nicht auf eine Lokalzeitung. Sicher mag es Menschen geben, die den Schnee satt haben. Wer aber auf den Kalender schaut, wird feststellen, dass wir immer noch Winter haben. Vielleicht sollte man sich damit abfinden.

Nicht abfinden dagegen sollten wir uns mit dem, was jetzt einige Politiker aus CDU und FDP fordern. Ging es nach dem Willen von Peter Weiß, immerhin Sozialpolitiker in der CDU, dann ließen sich die Regelsätze für Hartz IV Bezieher nach dem Urteil des Bundesverfassungsgericht sogar senken. Schließlich, so die Argumentation, sei nicht gesagt worden, dass dir aktuellen Sätze zu niedrig seien.

Manchmal kann es nicht lang genug schneien, um so viel Unverfrorenheit zu überdecken. Es wäre sicher gut, wenn sich bestimmte Politiker einfach mal mit den Betroffenen unterhalten würden. Würde der Bundestag einfach mal eine Gruppe von zufällig ausgewählten Betroffenen, sagen wir 50 bis 100, einladen und ihnen zuhören, mit ihnen diskutieren, sähen sozialpolitische Entscheidungen sicher anders aus.

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