Kratzen vor der Tür

Kratzen vor der Tür

Wenn man derzeit morgens ein Kratzen vor der Tür hört, dann ist das weder ein Hund noch ein Ungeheuer. Es sind auch keine Mitglieder der Linkspartei, die wieder in die SPD wollen.

Das Kratzen stammt von Holz und Metall, welches über Steine, Plaster und Gehwegplatten geschoben wird. Wer sich den Schlaf aus den Augen reibt, wer unschwer erkennen, dass es sich um Schneeschieber und Schaufeln handelt, mit denen das weiße Zeug vom Gehweg befördert wird.

Auch wenn jeder wohl seine spezielle Technik hat, um den Schnee zu beseitigen, so scheint das Kratzen wohl immer dazu zu gehören. Und wenn ich ehrlich bin, nervt es ungemein. Sicher, ich verspüre nicht die geringste Lust, mich am frühen Morgen auf die Nase zu legen oder durch eine dicke Schneedecke zu laufen, wenn ich zur Stadtbahnhaltestelle gehe. Aber schon um 5:30 aus der Nachbarschaft dieses Geräusch zu hören, sorgt nicht für die richtige Laune beim Frühstück.

Hinzu kommt, dass einige Nachbarn gar nicht den Schnee räumen und andere großzügig mit Salz hantieren. Wenn ich dann das Gleichgewicht verliere, dann weil ich auf nassem Stein ausrutsche. Salz macht nicht lustig, sondern hinterlässt Flecken auf den Schuhen.

Kommen wir aber wieder zurück zum Kratzen. Nach dem Lafontaine von Oskar Lafontaine glitzert es wie Schneeflocken in den Augen einiger Genossen. In der eiskalten Morgenluft wittern sie die Chance für ein rot-rotes Bündnis. Daraus wird aber hoffentlich nichts. Und selbst wenn einige jetzt aus der Linkspartei wieder in die SPD wollen und an der Tür kratzen, sollte man diese nicht sofort aufmachen. Mit etwas Glück regelt das nämlich der Winter.

3 Replies to “Kratzen vor der Tür”

  1. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich großen Respekt vor Oskar Lafontaine habe, diese Entscheidung ist ihm sicher nicht leicht gefallen.
    Nun ist für mich spannend, wer sein Nachfolger wird. Gregor Gysi steht bei mir ganz oben auf der Liste. Die Koalition zwischen rot-rot werden sicher auch erleichtert, denn Oskar Lafontaine wollte dies immer verhindern. Jedoch schließe ich ein großes Bündnis aus, die Linke wird sicher nicht in die SPD eingegliedert.

  2. Schneeschüppen mag ja Spass machen, wenn man’s nicht muss.

    Rutscht da einer aus und du hast nicht gemacht, was du musst, kann dir das ebenfalls den Boden unter den Füssen wegziehen, allerdings finanziell.
    Was du machen musst: Bis um 7h werktags alles erledigt haben: Gehwege freischaufeln und zusätzlich was gegen Rutschgefahr streuen, könnte auch Sand sein.
    Was macht der, der gleich zur Arbeit muss: Er nimmt die einfachste Variante, da er quasi genötigt wird! Er hat’s eilig, weil er doch nicht ahnen konnte, das er heute z.B. schon auf Verdacht den Wecker auf x stellen sollte, nur, um mal zu gucken;-)

    Ich finde das total irre und daneben, da ich auf Schnee einigermassen Halt habe.
    Spätestens nach Salztau und Überfrieren ein ‚ordentlich‘ behandelter Gehweg eine reine Eispartie. Mal ganz zu schweigen von den Salzschäden!
    Im Winter braucht man eben warme Stiefel.

    Die Linke braucht nicht an Türen kratzen, schon garnich‘ an SPD’s Türen.
    Es wäre auch zu schade, dieses Bündnis einzugehen, da dann wieder und wieder und… nur dabei rum käme, dass interne Machtkämpfe und faule Kompromisse ausgetragen und gemacht werden.
    Ich denke, dass wir eine richtige und klare Opposition brauchen, auch wenn’s nur erstmal dazu dient, aufzuzeigen, dass es um die Menschen geht!!!

    Ähm: Ich bin parteilos, das nebenbei.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren