Kratzen vor der Tür

Wenn man derzeit morgens ein Kratzen vor der Tür hört, dann ist das weder ein Hund noch ein Ungeheuer. Es sind auch keine Mitglieder der Linkspartei, die wieder in die SPD wollen.

Das Kratzen stammt von Holz und Metall, welches über Steine, Plaster und Gehwegplatten geschoben wird. Wer sich den Schlaf aus den Augen reibt, wer unschwer erkennen, dass es sich um Schneeschieber und Schaufeln handelt, mit denen das weiße Zeug vom Gehweg befördert wird.

Auch wenn jeder wohl seine spezielle Technik hat, um den Schnee zu beseitigen, so scheint das Kratzen wohl immer dazu zu gehören. Und wenn ich ehrlich bin, nervt es ungemein. Sicher, ich verspüre nicht die geringste Lust, mich am frühen Morgen auf die Nase zu legen oder durch eine dicke Schneedecke zu laufen, wenn ich zur Stadtbahnhaltestelle gehe. Aber schon um 5:30 aus der Nachbarschaft dieses Geräusch zu hören, sorgt nicht für die richtige Laune beim Frühstück.

Hinzu kommt, dass einige Nachbarn gar nicht den Schnee räumen und andere großzügig mit Salz hantieren. Wenn ich dann das Gleichgewicht verliere, dann weil ich auf nassem Stein ausrutsche. Salz macht nicht lustig, sondern hinterlässt Flecken auf den Schuhen.

Kommen wir aber wieder zurück zum Kratzen. Nach dem Lafontaine von Oskar Lafontaine glitzert es wie Schneeflocken in den Augen einiger Genossen. In der eiskalten Morgenluft wittern sie die Chance für ein rot-rotes Bündnis. Daraus wird aber hoffentlich nichts. Und selbst wenn einige jetzt aus der Linkspartei wieder in die SPD wollen und an der Tür kratzen, sollte man diese nicht sofort aufmachen. Mit etwas Glück regelt das nämlich der Winter.

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