Highlands Heimat

Als besondere Augenweide würde ich Wesel, der Stadt, in der ich geboren wurde und die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbracht habe, nicht bezeichnen. Der Abstand zu dieser Stadt hat dich bei mir über die Jahre und die Entfernung zu Bielefeld vergrössert.

Wenn ich dann mal auf Besuch bin, fremdel ich mittlerweile sogar ein Wenig. Warum wird mir beim schreiben dieser Zeilen klar. Wesel ist nicht nur klein und hat sich wenig weiterentwickelt. Es ist einfach so, dass ich nun auch schon bald 20 Jahr in Bielefeld wohne.

Wesel ist mir also wirklich fremd geworden, allerdings ohne das mir Bielefeld besonders vertraut ist. So viel, wie ich von Wesel mal kannte, kenne ich von Bielefeld längst nicht. Liegt irgendwo in den beiden Städten so etwas wie Heimat? Ich glaube nicht.

Die Wohnung in Bielefeld ist vollgestopf mit Kram und Erinnerungen. Die Wege, die ich gehe, sind mir vertraut. Heimat ist das nicht. Vielleicht bin ich ja auch ein Baum ohne Wurzeln.

Das Wesel wie ein paar zu kleine Schuhe für mich geworden ist, wurde mir im Urlaub am Ende der Zivieldienstzeit deutlich. Tatsächlich ist es so, dass ich Deutschland lebe, mir das Land meiner Geburt und dessen Sprache vertraut ist. Ich fühle mich in diesem Land auch durchaus wohl. Aber meine Heimat habe ich darin noch nicht gefunden.

Wenn Heimat etwas ist, dass einem tief im Inneren berrührt, dann kann ich mir aber durchaus vorstellen, wo bei mir diese Heimat liegt.

Ich schließe die Augen und lausche einer Musik, die mich aufwühlt, die Emotionen weckt. Spüre den rauen Wind auf den Wangen und empfinde eine unerklärbare Verbundenheit.

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