Einbeinige Stutenkerle

Einbeinige Stutenkerle

Aus falsch verstandener Höflichkeit fiel seinem Heißhunger nicht zuerst der Kopf zum Opfer, sondern erst das linke, dann das rechte Bein. Beide wurden raubtierhaft abgebissen, wären die Arme später ausgerissen wurden. Das alles bekam der Stutenkerl noch mit.

Als nächstes wurde ihm die Pfeife geraubt, das einzige Stück Hoffnung, an welches er sich noch geklammert hatte. Traurig schaute er aus seinen Rosinenaugen der Pfeife hinterher, die achtlos im Papierkorb entsorgt wurde. Dann wurde sein Kopf vom Rumpf getrennt.

Zwischen der Dunkelheit, die ihm jetzt empfing und vollständig aufnahm und dem Geburtslicht eines Backofens irgendwo in der Innenstadt von Dortmund waren nicht mal 24 Stunden vergangen. Ein Schicksal von vielen, denn für die Jahreszeit typisch traf es tausende von Stutenkerlen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren