Wie das Leben endet

Wie das Leben endet

Gestern in Essen. In der Nachbarschaft der Agentur waren zwei Polizisten unterwegs. Auch wenn das eine gefühlte sichere Gegend ist, war das nicht ungewöhnlich. Eigenartig war dann der Leiterwagen der Feuerwehr und ein Einsatzwagen.

Als dann noch ein Rettungswagen auf den Parkplatz fuhr, hätten wir im Büro eigentlich schon dichte Rauchschwaden haben müssen. Aus dem Rettungswagen sprangen zwei Sanitäter mit Defilibrator oder wie das Ding zum wiederbeleben heißt.

Das dieses Gerät völlig fehl am Platz war, erfuhren wir später von einer Nachbarin. Im Haus gegenüber lebte eine alte Damen, die des öfteren verreiste. Insofern hatte sich im Haus niemand was dabei gedacht, sie vier Wochen nicht zu sehen. Angehörige gab es wohl nicht und so nahm das Schicksal seinen traurigen Lauf.

Erst durch den merkwürdigen Geruch im Flur stutzig geworden, alamierte einer der Hausbewohner die Polizei. Die fand dann die alte Dame, die seit vier Wichen tot in ihrer Wohnung lag.

Was man sonst nur aus der Zeitung kennt, war plötzlich ganz nah. Wenn das Leben auf diese Weise endet, finde ich es deutlich bedrückender, als wenn sich ein Promi vor den Zug wirft. Sein Tod erzeugt Öffentlichkeit. Die alte Frau hatte man schon vor ihrem Tod vergessen.

One Reply to “Wie das Leben endet”

  1. Defibrillator heißt das Gerät und ja, in einer immer egoistisch werdenden Gesellschaft ist sich ohnehin jeder selbst der Nächste. Da kann der Eine oder Andere schon mal vergessen werden. Traurig, stellt es unserer Gesellschaft ein großes Armutszeugnis aus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren