Katze im Sack

Katze im Sack

Aus Union und SPD sind derzeit nicht nur Stimmen zu hören, die Geschenke machen, sondern kurz vor der Wahl wird auch angedeutet, welche Grausamkeiten den Wähler erwarten.

Das ist eigenartig, denn eigentlich wird üblicherweise der Knüpel erst nach der Wahl aus dem Sack geholt, um die zu strafen, die so dumm waren, an die Wahlversprechen zu glauben. Die meisten Bürgerinnen und Bürger haben in der Regel nicht das Kleingedruckte in den Wahlprogrammen der Parteien gelesen: Unverbindliche Empfehlung. Abbildung ähnlich. Farbe kann abweichen.

Nach dem 27. September können sich die Menschen schon mal darauf einstellen, dass künftig gespart wird – jedoch nicht an sozialen Grausamkeiten. Unter einer schwarz-gelben Koalition wird eventuell auch der Vorschlag des Dortmunder Finanzexperten Wolfram F. Richter aufgenommen. Über den Erfinder des Gesundheitsfonds schreibt die Neue Westfälische, dass dieser Hartz IV für Frührentner fordert. Wer vor Ablauf von 45 Jahren Berufstätigkeit in Rente geht, soll „genauso behandelt werden, wie jeder andere, der nicht arbeitet„. Frührentner zu Sozialhilfeempfängern – so kann man natürlich auch das Rentensystem aufhübschen. Wem das nicht passt, der kann sich ja privat versichern, so der Experte.

Wahrscheinlich wird es wohl auch nicht verkehrt sein, eine Partei zu wählen, die diesen Kurs nicht mitgehen wird und statt Steuergeschenke an Besserverdienende flächendeckende Mindestlöhne einführt.

One Reply to “Katze im Sack”

  1. Noch nie hat mir eine Bundestagswahl solche Bauchschmerzen bereitet, wie diese. Für mich ist klar, wen ich wähle. Sorgen bereitet mir der restliche Teil der Bevölkerung. Mit Schwarz-Gelb bekommt das Grauen eine Gestalt und was dann auf uns zu kommt, naja reden wir nicht drüber, kann sich jeder selbst ausmalen. Eigentlich sollte jedem Wähler klar sein, dass Steuersenkungen gegenfinanziert werden müssen und wie diese aussehen soll, darüber schweigt sich Schwarz-Gelb beharrlich aus. Das es ein Raubbau an Sozialleistungen wird, liegt deutlich auf der Hand. Ich für meinen Teil habe dabei fürchterliche Bauchschmerzen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren