Vergessene Senioren

Heute Morgen, meine Schale Tee in den Händen und die Zeitung vorsortiert (Werbung und Sport direkt zum Altpapier). Dann, beim aufschlagen der NW Bielefeld stockte mir der Atem.

Schwere Vorwürfe gegen Altenheim

Eine 58 Jahre alte Frau war auf der Intensivstation eines Krankenhauses an den Folgen ihres Aufenthaltes im Karl-Pawlowski-Hauses verstorben. Im Altenheim hat sich wohl niemand, so der Tenor des Artikels, richtig im die Frau gekümmert. Zum Zeitpunkt, als sie auf die Intensivstation des Krankenhauses eingeliefert wurde, war sie völlig ausgetrocknet und hatte stark verschleimte Atemwege. Der Chefarzt der Klinik spricht in diesem Zusammenhang von den „Folgen schwerer Pflegemängel”.

Mich hat das auch deshalb so betroffen gemacht, weil es mich wieder an meinen Eindruck erinnert hat, dass es mit den Altenheimen in Bielefeld nicht zum Besten steht. Erleben kann ich das ja täglich in der eigenen Nachbarschaft, wo selbst Hinweise an die Pflegeleitung nicht beachtet werden – noch immer sind in der Nacht Schreie von Menschen zu hören, um die sich anscheinend keiner kümmert.

Vielleicht wacht ja jetzt, nach dem Tod der Frau jemand bei der Zeitung auf und recherchiert mal über den Zustand der Altenheime in Bielefeld. Schaut sich Pflegeschlüssel sowie Betreuungssätze an und spricht mit Bewohnern und Personal.

Ich für meinen Teil werde das Thema jetzt politisch angehen und bei der nächsten Ortsvereinssitzung auf den Tisch bringen. Es wird Zeit, den Menschen eine Stimme zu geben, die abgeschoben und vergessen worden sind.

Kommentar verfassen