Kraftfutter

Wer beim flunkern, beim beschönigen der Warheit erwischt wird, sollte in Demut seinen Fehler eingestehen statt vor Gericht zu ziehen, um die Lüge aufrecht zu halten.

Was Wahrheit und was Lüge ist, lässt sich nicht immer auseinander halten. So auch im Fall Hannelore Kraft, Fraktionsvorsitzende der SPD in NRW. Die CDU hat in einer etwas überzogenen Postkartenaktion darauf aufmerksam gemacht, dass Kraft auf ihrer Homepage den Lebenslauf etwas verkürzt hat und eine Beschäftigung bei der Unternehmensberatung Zenit unerwähnt ließ. Diese Unternehmensberatung war in Fördergeldskandale verwickelt, mit denen Kraft jedoch nichts zu tun hatte.

Problematisch ist, wenn man etwas weglässt in der Hoffnung, dass es niemanden auffällt. Gerade das Weglassen macht misstrauisch und weckt nicht nur die Neugierde, sondern Lust, Salz in die Wunde zu streuen. Dieser Lust konnte sich die CDU wohl nicht wiedersetzen.

Statt defensiv oder gar mit Humor (der derzeit insbesondere SPD-Politikern abhanden gekommen ist), zu reagieren, ging Kraft in die Offensive und strengte ein Gerichtsverfahren an, dass sie zum größten Teil gestern gewonnen hat.

Trotz dieses Sieges wird wohl der Imageschaden bleiben, denn Kraft hatte als Ausrede, warum der Lebenslauf auf der Webseite unvollständig sei, angeführt, dass die Webseite zu wenig Platz geboten hätte. Wir lassen das an dieser Stelle mal unkommentiert.

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