Sozialisierung privatwirtschaftlicher Verluste

Sozialisierung privatwirtschaftlicher Verluste

Das ich den Herrn Wirtschaftsminister Guttenberg – den Adeligen aus Bayern – nicht besonders mag, dürfte ich wohl schon an den einen oder anderen Stelle erwähnt haben. Dennoch kann ich seiner Aussage bezüglich Karstadt

Wenn Eigentümer und Gläubiger nicht bereit sind, Risiken zu übernehmen, kann man diese nicht doch nicht dem Steuerzahler aufbürden.

nur zustimmen. Es kann, nein es darf nicht sein, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Das sich gerade die SPD für den Erhalt von Karstadt um anscheinend jeden Preis einsetzt, erschüttert. Sicher, es geht um den Erhalt der Arbeitsplätzen. Es darf auch nie vergessen werden, dass es nicht nur abstrakte Arbeitsplätze sind, sondern tausende von menschlichen Lebensläufen und Schicksalen, die mit Karstadt verbunden sind.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite aber steht das gesamtgesellschaftliche Interesse, auch das künftiger Generationen. Es darf nicht sein, dass sämtlichen Risiken in die nahe Zukunft verlagert werden. Karstadt ist ein erhebliches Risiko. Das Unternehmen hat keinerlei Substanz mehr, nicht mal Immobilien als Sicherheit. Der Staat sollte daher nicht versuchen, ein Unternehmen, dass nicht überlebensfähig ist, zu retten, wenn dies auch trotz der staatlichen Hilfe in einem halben Jahr wieder vor der selben Situation wie jetzt steht.

Vor allem sollte der Staat, wenn er tatsächlich der Meinung ist, ein Unternehmen um jeden Preis retten zu müssen, dass beherzigen, was auch im Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet.

Insofern hat Guttenberg mehr als recht mit seiner Aussage.

One Reply to “Sozialisierung privatwirtschaftlicher Verluste”

  1. So leid mir das um die vielen Leute geht, die ihren Job verlieren, die Entscheidung der Regierung und die Haltung von Guttenbergs ist richtig und wohl auch für die meisten, wenn sie nicht persönlich betroffen sind, nachvollziehbar. Ich kann die SPD auch nicht verstehen. Sie hat doch eigentlich schon die Quittung für ihre scheinheilige Aktion in Sachen „Opel“ bekommen. Da lag die Sache zwar ein bisschen anders, trotzdem hätte ich auch dort keine staatlichen Kredite gewährt. Eigentlich sogar aus den gleichen Gründen wie bei Karstadt. Auch „Opel“ hatte schon über Jahre Ansehen und Käufer verloren. Die Leute wollen offenbar nicht mehr „Opel“ fahren. Ansonsten befände sich das Unternehmen nicht in dieser Krise. Die Situation von „Opel“ hat nur bedingt etwas mit „GM“ zu tun.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren