Raubritter 2.0

Raubritter 2.0

Ein Bauer kann es vermutlich besser beurteilen als ich, aber ich vermute mal, dass Kühe es mögen, wenn sie gemolken werden. Ich mag es definitiv nicht. Wenn sich jemand einfach an meinem Konto bedient, als sei es eine Plündermulde wie im afrikanischen Spiel Bao, bin ich ziemlich angefressen.

Vor gut drei Monaten hatte ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, für drei Monate bei Xing auf den Premium-Account zu wechseln. Vermutlich hätte ich die AGB genau lesen und nicht einfach davon ausgehen sollen, dass die Premium-Mitgliedschaft automatisch ausläuft wie zum Beispiel bei last.fm. Jedenfalls habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich vor kurzem per E-Mail eine Abrechnung für die nächsten drei Monate erhielt. Vielleicht muss man sich ja so aufführen, um im Web 2.0 Geld zu verdienen. Kundenfreundlich ist das jedoch nicht.

Service verschlechtern lässt sich aber auch auf eine ganz andere Weise, wie das Beispiel Zattoo zeigt. Bisher war es möglich, über eine kostenlose Applikation auf dem Computer ein Vielzahl an freien Fernsehprogrammen zu empfangen. Vergangenen Samstag wollte ich davon wieder Gebrauch machen, um beim bloggen noch die restliche Übertragung aus dem Bundestag mitzubekommen. Das war dann aber nicht möglich, da Zattoo sein Geschäftsmodell geändert hat. Fernsehen mit der Applikation gibt es nur noch gegen Geld. Wem das nicht passt, der kann ja eine eingeschränkte Auswahl per Webbrowser nutzen. Tolle Idee. Mal abgesehen davon, dass ein Webbrowser kein Fernseher ist regt mich die Einführung eines kostenpflichtigen Angebotes auf.

Sicher, jeder will Geld verdienen, aber ich bin nicht bereit, eine Leistung mehrfach zu bezahlen. Dafür, dass ich ARD und ZDF sehe, zahl ich bereits GEZ-Gebühren. Des weiteren haben DER CHEF und ich T-Home und zahlen somit schon für den Empfang des Fernsehprogramms. Jetzt will auch noch Zattoo Geld von mir, damit ich auf meinem Mac Book ZDF gucken kann?

Am Samstag habe ich dann das Problem
durch die Löschung der Zattoo-Applikation und die Verwendung meines DBV-T Sticks gelöst. Guter Empfang und kostenlos.

7 Replies to “Raubritter 2.0”

  1. Hm, kann es sein, dass du da was in den falschen Hals bekommen hast?
    Hab’s grad eben extra nochmal ausprobiert, die Funktionalität ist dieselbe wie vorher, die Auflösung auch. Lediglich direkt nach Programmstart wird mir in der Senderliste angezeigt, dass man gegen die 2 EUR Gebühr eine „höhere“ Auflösung für manche Sender bekommen kann.
    Kein Gebührenzwang zu entdecken.
    Guck’s dir doch nochmal in Ruhe an, bevor du dich über was ärgerst, das vielleicht so gar nicht existiert. Wäre doch schade, oder?

  2. Also bei mir verhält es sich ähnlich wie bei el-flojo. Ich kann wie gewohnt alles anschauen, lediglich der 2€-Hinweis erscheint über der Programmliste. Ich nutze die Mac-Version, bezweifel aber das das einen Unterschied macht, wobei ich auch nicht weiss, welche Version du nutzt.

    In diesem Hinweis steht auch nochmal gezielt, dass das Standart-Angebot weiterhin kostenlos ist.

  3. Hm, die 3.3.4 unter OSX läuft hier bei mir auch.
    Vielleicht testen die bei Zattoo gerade ja die Akzeptanz auf Basis der User-Accounts. Soll heißen, dass du vielleicht in einer Testgruppe bist.
    Vielleicht einfach mal stumpf fragen?

  4. Ich habe das gleiche Problem hier unter OS X und habe mich mindestens genauso aufgeregt wie du. Das kann echt nicht wahr sein!
    Eine Beschwerdemail ging schon raus. Aber ob die jemand liest…?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren