Wert der Erziehung

Derzeit streiken in Deutschland die Erzieherinnen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt. Der Fairness halber muss ich vorweg erwähnen, dass DER CHEF und ich keine Kinder haben, also vom Streik nicht betroffen sind. Trotzdem geht der Streik nicht an mir vorbei, denn aus meiner Sicht sind die Forderungen durchaus berechtigt.

Seit mehr als hundert Jahren gilt in Deutschland die Maxime „kleine Kinder, kleines Gehalt”. Die Bezahlung erfolgt im Bereich Bildung und Erziehung unabhängig von Tätigkeit und Verantwortung. Zu beobachten ist dies nicht nur bei den Erzieherinnen, sondern auch bei Lehrern. Wer in der Grundschule unterrichtet, „verdient” weniger als der Kollege in der gymnasialen Oberstufe.

Die Bezahlung drückt ganz unmittelbar auch die Wertschätzung einer Gesellschaft für die Tätigkeit aus. Kinder, insbesondere kleine Kinder, scheinen der Gesellschaft nicht besonders wichtig zu sein. Eine Erkenntnis, die nicht besonders neu ist.

Wer sich ansieht, wie die Lage in anderen europäischen Ländern ist, kann sich nur wundern. In Frankreich zum Beispiel müssen Erzieherinnen für die Ausübung ihres Berufes ein entsprechendes Studium nachweisen. Dieser Hochschulausbildung entsprechend ist auch die Bezahlung. Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. In Deutschland scheint man das noch nicht begriffen zu haben.

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