Wert der Erziehung

Wert der Erziehung

Derzeit streiken in Deutschland die Erzieherinnen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt. Der Fairness halber muss ich vorweg erwähnen, dass DER CHEF und ich keine Kinder haben, also vom Streik nicht betroffen sind. Trotzdem geht der Streik nicht an mir vorbei, denn aus meiner Sicht sind die Forderungen durchaus berechtigt.

Seit mehr als hundert Jahren gilt in Deutschland die Maxime „kleine Kinder, kleines Gehalt”. Die Bezahlung erfolgt im Bereich Bildung und Erziehung unabhängig von Tätigkeit und Verantwortung. Zu beobachten ist dies nicht nur bei den Erzieherinnen, sondern auch bei Lehrern. Wer in der Grundschule unterrichtet, „verdient” weniger als der Kollege in der gymnasialen Oberstufe.

Die Bezahlung drückt ganz unmittelbar auch die Wertschätzung einer Gesellschaft für die Tätigkeit aus. Kinder, insbesondere kleine Kinder, scheinen der Gesellschaft nicht besonders wichtig zu sein. Eine Erkenntnis, die nicht besonders neu ist.

Wer sich ansieht, wie die Lage in anderen europäischen Ländern ist, kann sich nur wundern. In Frankreich zum Beispiel müssen Erzieherinnen für die Ausübung ihres Berufes ein entsprechendes Studium nachweisen. Dieser Hochschulausbildung entsprechend ist auch die Bezahlung. Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. In Deutschland scheint man das noch nicht begriffen zu haben.

4 Replies to “Wert der Erziehung”

  1. Eine leidvolle Erfahrung, die ich nach der Wende machen musste. Entgegen der landläufigen Meinung glaube ich, dass die Kinderbetreuung in der Ex-DDR immer noch besser als die hiesige war.

    Ein Land, was Milliarden in marode Banken pumpt und bei Kindern spart, beraubt sich seiner eigenen Zukunft. Ein Armutszeugnis für dieses Land.

  2. Hat wohl damit zu tun, dass die Kindergarten-Erziehung in Deutschland immer noch von den Kommunen bezahlt wird. Da ist es natürlich einfacher (und günstiger) un- oder angelernte Kräfte zu beschäftigen. Gerade bei der Geldknappheit, die vor Ort herrscht.

  3. Wir haben eine Tagesmutter. Das geht bis jetzt noch ganz gut, doch bald kommt mein Kind auch in den Kindergarten. Bei dem Stress den manche Erzieher da durchmachen muss, finde ich das aber nur gerechtfertigt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren