Liebloser Nachruf

Wer regelmäßig die Neue Westfälische liesst, ist schon einiges gewohnt. An manchen Tagen frage ich mich, warum überhaupt eine Diskussion über den so genannten Bürgerjournalismus und der ihm angeblich fehlenden Qualität statt findet. Was Schreiberlinge in Lokalredaktionen zum teil so von sich absondern, lässt sich schwer unterbieten. So mancher Blogger würde würde bei Themen wie „Lastwagen fuhr Busspiegel ab” lieber aus gutem Grund schweigen.

Aber gut, dass soll jetzt nicht unser Thema sein. Wie ich gestern leider erst aus der NW erfahren habe, ist Bielefelds ehemaliger Polizeipräsident Helmut Schirrmacher am vergangene Montag verstorben. In der Zeitung war daher nicht nur eine Todesanzeige der Familie, sondern auch ein Nachruf, der von beispielloser Lieblosigkeit und Schlampigkeit gekennzeichnet war.

Helmut Schirrmacher war Mitglied meines SPD-Ortsvereins. Zwar habe ich ihn nicht gut genug gekannt, um einen angemessene Nachruf zu schreiben, aber mit fallen auf Anhieb mehr Dinge zu ihm ein, als im Nachruf der NW zu finden waren. Seine SPD-Mitgliedschaft ist nur einer von vielen Aspekten, die im Artikel nicht zu Sprache gekommen sind.

Was mich aber wirklich zutiefst beschämt hat, war folgender Abschnitt aus dem Nachruf, der unmittelbar nach der Überschrift stand:

Bürgernah, kooperativ, glaubwürdig, sozial engagiert – viele positive Eigenschaften wurden dem ehemaligen Polizeipräsidenten Bielefelds, Frank Schirrmacher, zugeschrieben.

Da ist nicht der Name falsch geschrieben, sondern komplett verwechselt worden. So was darf, gerade in einem Nachruf, nicht passieren. Wer immer den Nachruf geschrieben hat, hätte ihn noch mal lesen oder lesen lassen sollen, bevor er in den Druck ging.

Das der gesamte Nachruf aus einem Versatz von Textbausteinen bestand, runden den traurigen Eindruck ab. Einen solchen Nachruf hat Helmut nicht verdient!

Kommentar verfassen