Der Papst treibt ab

Spätestens seit seine Äusserungen im Zusammenhang mit der gerade stattfindenden Afrika-Reise dürfte klar sein, dass der derzeitige Papst nicht nur den weißen Fummel mit seinem Vorgänger gemeinsam hat.

Mit der Weisung, enthaltsam zu Leben (im Klartext: auf Sex zu verzichten), die nicht sich nicht nur auf eine AIDS-Erkrankung, sondern auch auf vorehelichen Geschlechtsverkehr bezieht, treibt der Papst immer weiter von der gesellschaftlichen Realität ab. Wobei abtreiben genau genommen der falsche Begriff ist, da es wohl eher eine ungewollte Bewegungsart bezeichnet. Benedikt XVI. entfernt sich aber ganz bewusst.

Wie kommt überhaupt jemand, der möglicherweise nie in seinem Leben Sex (von einen erfüllten Liebesleben mal ganz zu schweigen) gehabt hat dazu, die Verwendung von Kondomen zu verdammen? Der Mann weiß doch nichtmal, wovon er überhaupt spricht. Wäre es nur die Äusserung des Privatmannes Joseph Ratzinger gewesen, so hätte man die Haltung gegenüber Verhütungsmittel auf die Alterssturheit eines Mannes, der am Ende seines Lebens sexuell zutiefst frustriert ist, schieben können.

Leider hat da aber nicht Herr R., sondern der Papst, immerhin geistiges Oberhaupt von Milliarden Katholiken, gesprochen. Zudem ist seine Haltung deckungsgleich mit der offiziellen Lehre der katholischen Kirche.

Der Kampf gegen AIDS, insbesondere in Afrika, lässt sich nicht mit Parolen aus dem Mittelalter gewinnen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dem Oberhaupt der Katholiken auf Grund seiner ablehnenden Haltung in Bezug auf Kondome ein scharfer Wind entgegen weht. Aus vielen westlichen Industrieländer erfolgt umgehend ein scharfe Rüge von Politikern und vereinzelt auch Kirchenvertretern an der Äusserung des Papstes.

Die wohl beste Reaktion dabei stammt aus Spanien. Der dortige Gesundheitsminister Bernat Soria teilte mit, dass Spanien als Antwort eine Millionen Kondome nach Afrika schicken wird.

Kommentar verfassen