Lifehacks

Lifehacks

Im aktuellen t3n ist ein lesenswerter Artikel zum Thema Zeitmanagement von Johannes Kleske zu finden. In der ersten Hälfte seines Beitrages skizziert Kleske, warum GTD, ZTD und andere Produktionsansätze häufig in der Praxis scheitern. Beim mir hat der Artikel genau den richtigen Nerv getroffen.

Seit gut einem Jahr versuche ich, gegen das alltägliche Chaos systematisch anzukämpfen – mittlerweile elektronisch unterstützt durch Things. Was im Büro hervorragend zu funktionieren scheint, scheitert privat gnadenlos. Bisher war ich der Meinung, dass die Ursachen für dieses Scheitern ausschliesslich bei mir zu suchen sind. Vermutlich hatte ich mich einfach nur noch richtig bemüht.

Johannes Kleske habe ich zu verdanken, dass ich noch mal ein paar Schritte zurück gegangen bin und mir die Vorgehensweise angeschaut habe. Der Mensch ist keine Maschine. Es ist nichts anderes als Perversion, die einer calvinistischen Arbeitsethik zu entspringen scheint, wenn man mit „Hacks” versucht, das Letzte an Produktivität aus sich heraus zu holen.

Bei den meisten Menschen dürfte es zu einer völligen Blockade kommen, die dazu führt, dass sie nicht mehr, sondern weniger bis nichts mehr geregelt bekommen. Der persönliche Stresspegel steigt immer weiter an und im schlimmsten Fall kommt es psychischen Erkrankungen.

Gleiches gilt im übrigen für permanente Verfügbarkeit des Internets. Es ist Segen und eben auch Fluch, noch mal eben etwas erledigen zu können – und sei es nur das abrufen von Emails. Die eigenen Ruhephasen, die der körperlichen aber gerade auch der geistigen Erholung dienen, werden immer kürzer oder fallen zum Teil sogar ganz weg. Die Folgen lassen such mit „burn out” nur unzureichend beschreiben.

Was für mich daraus als Erkenntnis folgt, ist recht einfach und zählt zu dem Wissen, was auch schon Generationen vor uns hatten: auch mal eine fünf gerade sein lassen.
Der weitaus schwierigere Teil dürfte sein, diese Lockerheit auch in die Tat umzusetzen

One Reply to “Lifehacks”

  1. Ich als Lokführer habe es auf eine einfache Formel gebracht: Je hektische es wird, um so langsamer werde ich.

    Man muss sich dazu zwingen, das Telefon auch mal klingeln zu lassen. Ansonsten lässt die Kiste nicht lange auf sich warten. Wichtig ist der Wille das umzusetzen, auch wenn es einigen Leuten nicht gefallen wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren