Auf Augenhöhe

Die ideale Vorstellung vom Wahlkampf ist die von einem Wettstreit der Ideen. Der Bürger würde sich dann zwischen verschiedenen Ideen entscheiden können und die wählen, der er zutraut, die aktuellen und künftigen Probleme in seinem Sinne zu lösen.

Im Vordergrund eines Wahlkampfes, der diesem Leitbild folgen würde, stände der sachliche Diskurs. Wie die Wirklichkeit, zumindest in Bielefeld, aussieht, konnte man vergangene Woche erleben.

Da äußerte sich Bernd Landgraf, OB-Kandidat der CDU, auf einer Veranstaltung über den sich offen zu seiner Homosexualität bekennenden sozialdemokratischen Kandidaten Pit Clausen, dass er „keine Ahnung vom Alltag einer Familie habe”.

Das ist keine sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe, sondern Herabwürdigung des politischen Gegners. Ziel dieser Diskreditierung ist letztendlich die Vernichtung des Gegners „ auch wenn diese sich nicht mehr physisch vollzieht.

Diese Art des Umgangs miteinander sollten Politiker auf jeden Fall vermeiden. Er ist einer Demokratie unwürdig. Auch wenn es, insbesondere im Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters, nicht nur um Ideen der politischen Gestaltung, sondern um Personen geht.

Es sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass sich auf sozialdemokratischer Seite nicht immer vorbildhaft verhalten wird. Dort wurde in der Vergangenheit die Bundestagskandidatin der CDU für den Wahlkreis Bielefeld-Werther auf Grund ihres erlernten Berufes lächerlich gemacht.

Man kann einem unterschiedlichen politischen Lager angehören, man kann unterschiedlicher Meinung sein „ trotzdem sollte man einander jederzeit auf Augenhöhe begegnen und eine sachliche Auseinandersetzung führen können. Respekt voreinander trotz unterschiedlicher Ansichten.

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