Auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe

Die ideale Vorstellung vom Wahlkampf ist die von einem Wettstreit der Ideen. Der Bürger würde sich dann zwischen verschiedenen Ideen entscheiden können und die wählen, der er zutraut, die aktuellen und künftigen Probleme in seinem Sinne zu lösen.

Im Vordergrund eines Wahlkampfes, der diesem Leitbild folgen würde, stände der sachliche Diskurs. Wie die Wirklichkeit, zumindest in Bielefeld, aussieht, konnte man vergangene Woche erleben.

Da äußerte sich Bernd Landgraf, OB-Kandidat der CDU, auf einer Veranstaltung über den sich offen zu seiner Homosexualität bekennenden sozialdemokratischen Kandidaten Pit Clausen, dass er „keine Ahnung vom Alltag einer Familie habe”.

Das ist keine sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe, sondern Herabwürdigung des politischen Gegners. Ziel dieser Diskreditierung ist letztendlich die Vernichtung des Gegners „ auch wenn diese sich nicht mehr physisch vollzieht.

Diese Art des Umgangs miteinander sollten Politiker auf jeden Fall vermeiden. Er ist einer Demokratie unwürdig. Auch wenn es, insbesondere im Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters, nicht nur um Ideen der politischen Gestaltung, sondern um Personen geht.

Es sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass sich auf sozialdemokratischer Seite nicht immer vorbildhaft verhalten wird. Dort wurde in der Vergangenheit die Bundestagskandidatin der CDU für den Wahlkreis Bielefeld-Werther auf Grund ihres erlernten Berufes lächerlich gemacht.

Man kann einem unterschiedlichen politischen Lager angehören, man kann unterschiedlicher Meinung sein „ trotzdem sollte man einander jederzeit auf Augenhöhe begegnen und eine sachliche Auseinandersetzung führen können. Respekt voreinander trotz unterschiedlicher Ansichten.

4 Replies to “Auf Augenhöhe”

  1. Die meisten Politiker sind inzwischen nur noch mit ihrer Selbstinszenierung beschäftigt und haben den Hang zur Realität längst verloren. Die Abwertung seines politischen Gegenübers disqualifiziert einen Politiker; ein solcher hat in der Politik nichts verloren, schließlich vertretet er die Allgemeinheit.

    Wie sagte es Max Weber: Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß. Dieser Grundsatz gilt noch heute.

  2. Leider Gottes dreht sich in der Politik auch nur noch alles um Geld und Erfolg. Das ist auch der Grund, warum immer weniger Menschen wählen gehen. Wir und unsere Interessen zählen nur auf Plakaten, und nach der Wahl ist alles vergessen. Diese verbalen Schlachten gehen uns doch allen schon lange auf den …!

  3. Er gilt noch immer, nur mit dem Unterschied, dass sich die Politiker heute nicht mehr daran halten.

    Deshalb kannst Du auch die Mail und das Foto von Wolfgang C. ruhigen Gewissens löschen. Aber denk daran, „Altlasten“ müssen fachgerecht entsorgt werden ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren