Abwrackprämie für Tennisstars

Es soll ja tatsächlich Menschen ohne Demenzerkrankung geben, die an einem ganz normalem Abend, statt Sportübertragungen zu verfolgen oder sich mit Bier voll laufen lassen (oder beides) sich im Fernsehen „Wetten, dass…?” ansehen. Gut, es gibt vermutlich Dinge, die noch schlimmer sind, wie zum Beispiel ein Sonntagsbesuch bei der Schwiegermutter, ein Vollkörperpiercing oder Günther Jauch als Nachbar.

Für alle die, welcher der Einschlafhilfe für singende Schäfer entkommen sind, wurde das so genannte Highlight der Sendung noch mal genüsslich heute morgen in der Presse ausgewalzt. Der Neuen Westfälischen war es ein Foto auf Seite eins wert, begleitet von einer ganzen Seite Berichterstattung im Mantelteil. In der SZ hielt man sich dezent zurück mit einem Einspalter. Was das Blatt mit den großen Buchstaben daraus gemacht hat, entzieht sich zum Glück der Kenntnis.

Bleiben wir, im Gegensatz zum zuletzt zitierten Druckerzeugniss, streng bei der Wahrheit – was natürlich eine ganz persönlich Meinung ist und keinesfalls ein Affront gegen die Springerpresse sein soll.

Berichtet wurde über den Ex-Tennisspieler Boris Becker. Becker? War das nicht der mit der Frau und dem Kind aus der Besenkammer? Ja, genau der Becker, der eine Ex-Freundin nach der nächste ansammelte wie Wimbledon Trophäen. Eben dieser Becker hat in der Sendung seiner derzeitigen Lebensabschnittsbegleiterin versprochen, sie im Sommer diesen Jahres zu ehelichen. Diese dramatische Meldung dürfte die Frauenwelt erschüttern. Wer selber auf eine Affäre mit Becker aus ist, wird wohl bis zum Herbst warten müssen. Männer dürfte die Meldung wohl eher kalt lassen – bis auf diejenigen, die gerne gewusst hätten, auf welcher russischen Internetseite der ehemalige Spitzensportler die Pillen bestellt.

Auch wenn das ZDF vermutlich derzeit nicht so gut auf Politiker zu sprechen ist, sollte man sich in Mainz doch mal bei der Bundesregierung erkundigen, die Abwrackprämie auch in anderen Bereichen zum tragen kommt. So ließen sich Alt-Entertainer gegen frisches Blut austauschen oder eben neue Talente in die Sendungen locken. Die Zeit des Tennis ist schliesslich vorbei.

Bezweifelt werden dürfte allerdings, dass der Steuerzahler auch noch für Sandy Meyer-Wölden aufkommen wird.

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