Blitzkariere

Blitzkariere

Der NRW-Verkehrs- und Bauminister Oliver Wittke hat gestern seinen Rückritt erklärt. Das war, um es höflich auszudrücken, überfällig. Wer mit 107 Stundenkilometer durch eine geschlossene Ortschaft fährt, hat auf einen Ministerposten nichts zu suchen – insbesondere dann nicht, wenn es ausgerechnet auch noch das Verkehrsministerium ist.

Es erstaunt, dass es sich bei Wittke auch noch um einen Wiederholungstäter handelt. Vor acht Jahren musste er schon mal wegen zu schnellen Fahrens den Führerschein abgeben.

Eine ganz andere Art von Blitzkariere macht gerade Herr Gutenberg. Nein nicht der schon längst tote Erfinder des Buchdrucks, sondern der 37-jährige Karl-Theodor (zu sparen wir uns, schließlich sind wir in einer Demokratie) Gutenberg, der dem amtsmüde Glos im Wirtschaftsministerium ersetzt. Egal, wie blass Gutenberg auch bis zur Wahl im Herbst bleiben wird, eins hat er schon erreicht. Er ist der jüngste Wirtschaftsminister der Bundesrepublik – Kritiker unken, auch der unerfahrensten.

7 Replies to “Blitzkariere”

  1. Wer durch mit 109 km/h durch eine geschlossene Ortschaft heizt, ist als Verkehrs- und Bauminister von NRW untragbar. Als 42-jähriger sollte man über ausreichend Intelligenz verfügen, er hat ja schließlich studiert.

    Ich muss allerdings zugeben, dass man mich in jungen Jahren (28) auch mit 94 km/h innerhalb der Ortschaft geblitzt hat. Inzwischen bin ich ruhiger und reifer geworden. Ein Auto habe ich schon längst nicht mehr.

  2. Nun Geschwindigkeit übertretten hin oder her, eine Vorbildfunktion sollen die Minister schon darstellen. Und Verkehrs- und Bauminister Oliver Wittke hat dieses eben nicht getan. Ob Herr Guttenberg nun ein guter oder weniger guter Minister ist, wird noch zeigen, aber die Politik braucht mehr junges Denken.
    Von daher gute Wahl.

  3. @Michael
    Das ist richtig, die Politik braucht mehr junge Leute. Mit jungen Leuten allein lässt sich aber bedauerlicherweise keine Politik machen. Das nötige Wissen sollte schon vorhanden sein. Okay, bei Wittke hat es nicht ganz funktioniert.

    @Thomas
    So eine Zugfahrt mit der DB liefert doch den Stoff, aus denen Bloggerträume in Form neuer Artikel sind. Leider fährst Du zur falschen Zeit immer in die falsche Richtung, aber vielleicht läuft man sich mal über den Weg. Bielefeld – Essen ist ja schließlich meine Haus- und Hofstrecke.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren