Der falsche Mann

Wer derzeit den Meldungen aus dem Wirtschaftsministerium lauscht, wird sich wohl die Frage stellen, was denn Glos los sei mit dem Herrn Minister. Er lässt er seinen Chauffeur über den Fuß eines Polizisten fahren und dann bietet er Horste Seehofer (Chef der bayrischen Splitterpartei CSU und damit auch von Herrn Glos) seinen Rücktritt an. Bei Ereignisse stehen natürlich in keinem Zusammenhang.

Es stellt sich nicht erst seit gestern die Frage, ob der Mann nicht eine Belastung für die Regierung geworden ist – quasi ein Glos am Bein von Bundeskanzlerin Merkel. Vielleicht ist es ja so etwas wie Selbsterkenntnis gewesen, die den Wirtschaftsminister dazu bewogen hat, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Ein Amt, dass er im Grunde, wie er immer wieder selbst betont, nie haben wollte.

Konsequenter wäre es jedoch gewesen, direkt ohne Rückfragen den Hut zu nehmen. Schließlich ist der Mann ja zumindest dem Alter nach erwachsen und braucht keine Erlaubnis, wenn er das Haus verlässt:

Ich bitte dich, mich von meinen Ministerpflichten zu entbinden

So was klingt, als ob er, (sorry für den Ausdruck, aber er trifft es so schön) keine Eier in der Hose hat. Einen sehr eigenartigen Eindruck hinterlässt auch das folgende Zitat von ihm:

Die Arbeit als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ist der Höhepunkt meines politischen Lebens…

Wie passt des zu der Aussage, dass er dieses Amt nicht wollte? Andererseits: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Insofern würde dann das Rücktrittsgesuch einen Sinn ergeben.

Nüchtern betrachtet ist aber Michael Glos jemand, dem die politischen Erfolge in seiner Zeit als Wirtschaftsminister nicht nachgerannt sind. Gerade in der Konjunkturkrise ist von ihm bisher nicht viel zu hören gewesen. Möglicherweise liegt der Grünen-Politiker Fritz Kuhn nicht falsche, wenn er Glos als „Schlaftablette auf zwei Beinen” bezeichnet.

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