Hirn kostet extra

Hirn kostet extra

Eigentlich ist es unverständlich, warum sich manche Menschen über die Jugend von heute aufregen. Die sei, so ist zu hören, egoistisch und rücksichtslos. Wer des öfteren mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist und von zu lauten MP3-Playern bedrängt wird oder sich an dreckigen Schuhen auf Sitzen stört, könnte auch auf die Idee kommen, die Jugend zu bezichtigen.

Dabei imitieren die jungen Menschen nur die Älteren. Lautes telefonieren im Ruheabteil, aufdringliche Sitznachbarn im ICE, dass ist nur die Sedimentschicht. An der Spitze des Eisberges befinden sich so Gestalten wie Joseph Ratzinger (alias der Pabst) und der so genannten Bahnchef Helmut Mehdorn.

Beide stehen nicht im Verdacht, die Diplomatie erfunden zu haben. Was soll ein junger Mensch den für eine Moralvorstellung entwickeln, wenn das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Holocaustleugner verhätschelt? Welches Weltbild entsteht, wenn Mehdorn Mitarbeiter im großen Stil ausspionieren, ja sogar ihre Telefonate überwachen lässt, ohne dafür die Konsequenzen tragen zu müssen, weil die CDU an ihm weiterhin aus wahltaktischen Gründen festhält?

Wie heißt es so schön: wir ernten, was wir sähen. Insofern bekommt jedes Land genau die Jugend, die es verdient. Würden die beiden oben genannten Herren irgendwo Anstand kaufen wollen, wäre die Frage: „Darf es etwas mehr sein?” durchaus berechtigt.

4 Replies to “Hirn kostet extra”

  1. Für Rüpelhaftes Benehmen kann man nicht auf andere schieben, jedoch bin ich der Meinung nicht immer alles so zu verallgemeinern, denn es gibt auch heute noch vernünftige Jugendlich, schwarze Schafe gibt es überall, die gab es allerdings auch früher bereits.

  2. Bei der Jugenddiskussion muss ich immer an Sokrates denken:

    Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

  3. Es mag durchaus sein, dass es einige Erwachsene gibt, die sich nicht wirklich gut benehmen und vielleicht auch falsche Entscheidungen treffen. Aber warum müssen sich die Jugendlichen daran orientieren? Natürlich ist es immer noch eine Frage der Erziehung, aber die Jugend ist doch schlau genug um zu wissen was richtig und was falsch ist. Also schiebt es nicht auf die Erwachsenen sondern schaltet euer Hirn ein. Ich finde, dass man es nicht immer auf andere Menschen schieben sollte. Man hat sein Leben selbst in der Hand.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren