Der digitale Graben

Der digitale Graben

Gestern Morgen, auf dem Weg zur U-Bahn in Essen, dachte ich über die Möglichkeiten nach, die Twitter bietet. Gerade in Bezug auf die anstehenden Wahlkämpfe lässt sich sich einiges machen. Im Kopf war ich gerade bei den Strategien für den Kommunalwahlkampf, als ich im U-Bahntunnel an einem der Arbeiter vorbeiging, der gerade Bodenplatten verlegte.

Schlagartig wurde mir bewusst, wie weit meine Gedankenspiel von der Realität dieses Mannes entfernt ist. Der twittert nicht und wird auch wohl kaum morgens seine RSS-Feeds lesen, bevor er seinen täglichen Blogeintrag verfasst.

Tweets erreichen nur eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen: die Digital Inhabitants
Eine nicht gerade kleiner Teil der Wählerinnen und Wählerinnen gehört nicht zu dieser Gruppe. Zwar dürften sie wohl auch in überwiegender Mehrheit in der einen oder anderen Weise Zugang zum Internet haben, aber eine Dauernutzung bleibt ihnen versperrt – sei es auf Grund ihres Alters, ihrer Bildung oder ihres Berufes.

Diese Menschen kann man also nicht über Twitter erreichen. Was bedeutet dies für den Wahlkampf? Auf Twitter verzichten? Sicher nicht. Aber man sollte sich bewusst sein, wer über Twitter erreicht werden kann und wer nicht. Die Strategie im Wahlkampf sollte sein, Tweets als Multiplikator zu begreifen. Über Twitter lassen sich auf allen Ebenen Unterstüzer und Organisatoren vernetzen, denen es aber obliegt, die Information weiter zutragen – auch ausserhalb des Netzes. Twitter kann die traditionelle Arbeit „auf der Straße”, die Infostände in den Fußgängerzonen ergänzen, nicht aber ersetzen.

2 Replies to “Der digitale Graben”

  1. Sehe ich genauso. Beim Wahlkampf sollten alle Möglichkeiten der Kommunikation ausgeschöpft werden, sei es Internet, Tweets oder Printmedien. So unterschiedlich wie die Wähler sind, so vielfältig sollten auch die Kommunikationsmittel sein. Jeder hat seine bevorzugten Informationsquellen und diesen muss man auch gerecht werden.

  2. Sehr gelungener Beitrag. Findet zu 100% meine Zustimmung. Man sollte jedwede Form der Kommunikation in Anspruch nehmen um ein Maximum an Menschen erreichen zu können.

    Unsere Gesellschaft wird zwar von Jahr zu Jahr immer medialer, dennoch sollte man nie aus den Augen verlieren das sich nicht die gesamte Bevölkerung mit digitalen Medien beschäftigt, geschweige denn Zugang zu diesen besitzt, aus welchen Gründen auch immer.

    Daher gilt es moderne und traditionelle Wahlkampfmethoden zu kombinieren.

    Aber darüber haben wir uns persönlich ja auch schon ausgetauscht ;) .

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren