Kinder des Zorns

Kinder des Zorns

Das Bundessozialgericht hat gestern die Höhe der Hartz IV Sätze für Kinder für verfassungswidrig erklärt. Bei diesen wurden nicht vom Bedarf ausgegangen, sondern mehr oder minder nach Körpergröße festgelegt, dass Kinder bis 14 Jahren 60 Prozent und danach 80 Prozent der Leistungen, die Erwachsene erhalten, bekommen.

Ob 211 Euro im Monat angemessen oder ausreichend sind, wurde vom Bundessozialgericht nicht bewertet, sondern nur die Art der Berechnung, die im diesem Fall eben nicht stattgefunden hat.

Es darf jedoch bezweifelt werden, dass der festgelegte Satz ausreicht. Zum überleben möglicherweise, aber sicher nicht zum leben, denn dazu gehört eine gesellschaftliche und kulturelle Partizipation. Diese ist aber mit 211 Euro nicht möglich. Wo Mitschüler ins Kino gehen, bleiben Kinder von Hartz IV Empfängern zu Hause.

Nicht ohne Grund wird gefordert, dass Kinder aus sozial schwachen Familien die kostenlose Mitgliedschaft zum Beispiel in einem Sportverein ermöglicht werden sollte.

Wer schon als Kind von der Gesellschaft ausgeschlossen wird, kehrt dieser dann selber als Erwachsener den Rücken zu. Die Marginalisierung der Kinder führt zu Kindern des Zorns – geborene und heranwachsende Verlierer. Ein nicht zu unterschätzender gesellschaftlicher Sprengstoff.

5 Replies to “Kinder des Zorns”

  1. Es war das Bundessozialgericht, dass diese Regelung als verfassungswidrig beurteilt hat.

    Das Verfassungsgericht ist nun als höchste Instanz zuständig.

    Meiner Meinung nach müssen die Sätze für Kinder sogar höher sein, als jene für Erwachsene. Kinder haben einen viel höheren Bedarf. Bildung, Kleidung, Nahrung usw. Ohne das ihnen dieser Bedarf auch zugestanden sind, haben diese Kinder keine Chance in unserer Gesellschaft. Gerechtigkeit fängt bei den Allerkleinsten an.

  2. Das Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft darstellen, steht unumstößlich fest und das 211 Euro sicher zu wenig seien dürfte auch. Aber was nützt die Kohle, wenn es an der Rundumbetreuung fehlt und den Kindern keine Perspektive geboten wird?

    Dieses schwarze kinderfeindliche Gesocks (CDU/CSU) sollte man endlich aus der Politik prügeln. Angeblich war ja im Osten alles Scheiße. Man hatte mit der Wiedervereinigung seine Chance gehabt, hat sie aber leichtfertig verspielt.

    Offengestanden sollte uns für unsere Kinder nichts zu teuer sein.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren