Auf der Strecke geblieben

Auf der Strecke geblieben

Nach dem der Zug heute wieder auf sich warten ließ, sitze ich mit nunmehr 60 Minuten Verspätung im ICE. Zumindest bin ich aber noch guter Hoffnung, dass ich diesmal in Essen ankommen – gestern war das ja nicht der Fall.

Aber der Reihe nach. Mit einer Verspätung von zehn Minuten traf gestern Morgen der ICE in Bielefeld ein. Alles noch im üblichen Bereich. An so was ist man schon gewöhnt. Die Verspätung wurde dann bis Hamm auf 20 Minuten ausgebaut. Immer noch nicht schlimm, dachte ich. Schlechter hätte ich nicht tippen können.

Etwa 400 Meter hinter Hamm kam der Zug zum Stehen – Schaden am Triebfahrtzeug, hieß es. Aussteigen durfte niemand. In den folgenden drei Stunden, die wir in der Kälte saßen, auch nicht? Kälte? Ja richtig, denn nicht lange nach dem Stillstand war der Strom weg und kuschelige zehn Grad minus waren auf dem Vormarsch.

Dem Rat von befolgend, einem lesenswerten Buch (Senk ju vor träwelling), dass ich über die Feiertage verschlungen hatte, befand sich in meinem Besitz zumindest genügend Lektüre. Nur eine Zahnbürste hatte ich nicht dabei. Stunden später wurde der Zug dann von einer Ersatzlokomotive in Schneckentempo wieder nach Hamm geschleppt. Der Vormittag war damit erledigt.

Auf weitere Versuche, nach Essen zu kommen, habe ich dann verzichtet und den ICE zurück genommen. Der hatte 57 Minuten Verspätung und stand abfahrbereit zwei Gleise weiter in Hamm.

Für die Unannehmlichkeiten gab es dann von der Bahn einen Gutschein im Wert von zehn Euro (Anteilig gemessen an meiner Bahncard 100). Immerhin. Dafür bekomme ich zwei Platzreservierungen für die stressigen Montage.

2 Replies to “Auf der Strecke geblieben”

  1. Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. Das ist Bahn live. Eigentlich nur noch peinlich. Es liegt weniger an Schnee und Frost, sondern vielmehr an der Unfähigkeit des Managements und an den Schrott, den wir Lokführer durch die Gegend fahren müssen.

    Vielleicht tröstet es Dich, der ICE2 wird einem Redesign unterzogen, aber die Triebköpfe bleiben wie immer außen vor, kein Geld. Dafür kannst Du dann im schönen Holzambiente frieren oder es einfach nur verheizen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren