Atomkater

Das Thema Computerspiele und Gewalt ist ein weites Feld. Ebenso trefflich wie Moral in Computerspielen. Man muss nicht unbedingt Öl ins Feuer gießen und es läge mir, als Selber-Spieler auch fern, das Fegefeuer der Verdammnis mit Brennmaterial zu versorgen. Trotz allem gibt es jedoch Spiele, die mich zum grübeln bringen.

Fallout 3 ist so eins. Am Spiel selber gibt es, abgesehen von den Bugs und der mal wieder geschnittenen deutschen Version (ungeschnitten spielen will, aber auf die deutsche Sprachausgabe nicht verzichten möchte, sollte sich das Spiel im deutschsprachigen Ausland bestellen) nichts auszusetzen. Genretypisch dauert es etwa 10 Spielstunden, bis man sich warmgespielt und mit dem Setting angefreundet hat. Die Hauptstory ist zwar da, aber dank vieler Sidequest kann man die Zeit im Spiel auch mit anderen Dingen verbringen.

Eine dieser Sidequest führt dabei zu einem moralischen Dilemma. In einer Ansiedlung, über die die Spielfigur relativ am Anfang stolpert, befindet sich ein Blindgänger, eine nicht explodierte Atombombe. Für diese bekommt man von einem zwielichten Mittelsmann einen Zünder zum einbauen. Anschließend soll man ihn wieder in sicherer Entfernung aufsuchen. Für eine lohnenswerte Belohnung, wenn man das so sagen darf, äschert die Spielfigur höchstpersönlich Megaton ein. Eine riesige Atompilzwolke erscheint am Horizont. Bei einem erneuten Besuch in den verstrahlten Überresten trifft man auf eine Überlebende, deren Fleisch vom Gesicht geschmolzen ist.

Natürlich ist das ganze nur ein „Spiel” „ mir ging das jedoch etwas an die Nieren. Das Bild von der Überlebenden werde ich wohl nicht so schnell aus dem Kopf bekommen. Allerdings, das sollte ich (Achtung, Spoiler!) auch erwähnen, erfreut sich meine Spielfigur jetzt an einer vorzüglichen Penthouse Suite.

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