Der perfekte Weihnachtsbaum, Teil IV

Am nächsten Morgen. Durch unser Haus zog noch immer nicht der vertraute Duft eines ganz speziellen Baumes. Für uns stellte sich nie die Frage danach, welche Sorte Baum aufgestellt werden sollte. Eine Nordmanntanne kam einfach nicht ins Haus. Sicher, Papa fluchte, wenn auch leise, jedes Jahr beim aufstellen der Blaufichte. Aber Weihnachten ohne den vertrauten Geruch von Harz war einfach unvorstellbar. Auf Zehenspitzen ging ich die Treppe runter und schaute vorsichtig ins Esszimmer. Mama und Papa saßen schon am Frühstückstisch, über dem ein eisiges Schweigen hing. Von Bettie war nichts zu sehen.

Der Hunger trieb mich an den Tisch. Das Schweigen war fast greifbar. Papa raschelt zur Begrüßung nur mit der Zeitung, währen Mama hustet. Hoffentlich würde sie nicht vor Weihnachten krank werden, denn dann würde der es zu Heiligabend wieder nur Papas Kartoffelsalat geben, während Mama mit der Wärmflasche auf dem Sofa lag, statt sich um die Gans in der Küche kümmern zu können.

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