Heiligabend, nachdem notdürftig in der Mikrowelle erwärmten Essen. Wir stand letztendlich doch unter einem Weihnachtsbaum. Allerdings nicht in unserem, sonderm im Wohnzimmer unseres Nachbarn. Als Papa die Sache mit dem Notizbuch herausfand, war er nicht nur sehr sauer. Zum Glück für mich war in unserer Familie die Prügelstrafe abgeschafft worden, sonst hätte ich wohl die nächsten Wochen im Stehen essen müssen.
weiterlesen »
Schwebend auf den Zeigern der Zeit brach er sich eine letztes Stück vom Lebenskuchen ab. Die letzten Jahre schmeckten ganz trocken und hinterließen einen unangenehmen Geschmack im Mund. Dann war alles vorbei. Am Ende gab es nichts zu bedauern, nichts zu vermissen. Kein Licht, keine Stimme, die rief. Einfach nur das Ende.
Mit einem Erdnussbutterbrot in der einen Hand und einem Glas lauwarmer Milch in der anderen betrat Winfried sein Wohnzimmer. Er schaute durch die Wohnzimmerscheibe, jedenfalls sah es auf den ersten Blick so aus. jedoch war es eher so, dass er entgeistert auf den Zettel starte, der an der Terrassentür klebte. Mit einem hässlichen Geräusch zersprang das Glas auf dem Boden und verteilte die Milch recht ordentlich im gesamten Wohnzimmer.
weiterlesen »
Auf der Zielgrade zum neuen Jahr können ihnen diverse Jahresrückblicke entgegenkommen. Verhalten sie sich möglichst unauffällig und schauen sie auf gar keinen Fall über ihre Schulter.
Es war Nachmittag, der 24. Dezember. Wir hatten, wie zu erwarten war, keinen Weihnachtsbaum. Mama lag auf dem Sofa mit einer Decke auf und einer Migränetablette im Bauch. Papa werkelte im Keller und Bettie hatte sich heulend in ihr Zimmer eingeschlossen. Hoffentlich würde sie diesmal wenigstens von alleine wieder rauskommen, obwohl mir das ja egal war. Ich schaute noch mal in die Plastiktüte. Mir war klar, dass dieses Buch mit den komischen Notizen unserem Nachbarn gehörte.
weiterlesen »
Der kalte Geruch einer verlassenen Wohnung schlug Winfried entgegen. Er hatte allerdings nichts anderes erwartet, denn die Reihenhaushälfte wurde von ihm ganz alleine bewohnt. Winfried trug das Fahrrad in den Keller. Ihm würde wohl nichts anderes über bleiben, als es nach Weihnachten zu reparieren. Jetzt galt es aber erstmal, den Weihnachtsbaum zusammen zu stecken. Die Trauer über den Verlust des Notizbuches stellte sich dabei von ganz alleine ein.
weiterlesen »
Die Rückfahrt über schwieg Papa. Wir hatten drei angebliche Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume aufgesucht, nur dass es dort keine Bäume mehr zu kaufen gab. Sicher, die meisten hatten noch so verkrüppelte Reste, die sie völlig Verzweifelten zu horrenden Preisen andrehen wollten. Zum Glück siegt bei Papa aber der Geiz, denn ich für meinen Teil wollte meine Geschenke nicht und einem Teil liegen haben, dass aussah, als hätte es zu lange in Tschernobyl gestanden.
weiterlesen »
Wie zu lesen ist, gehen im neuen Jahr Harald Schmidt und Oliver Pocher getrennte Wege. Schmidt muss sich wohl gedacht haben, dass ein Klopfen an der Tür besser als ein Pocher im Studio ist.
Wie dem auch sei. Ob die Sendung ohne Pocher wieder besser wird, muss sich dann erst noch zeigen. Zumindest schlechter kann sie nicht werden.
Das mit dem platten Reifen hätte nicht sein müssen. Ausgerechnet auch noch beim Hinterrad, dass bedeutend schwer zum ausbauen war. Winfried ärgerte sich. Noch mehr ärgerte er sich jedoch über die Familie aus der Nachbarschaft. Fast vor seiner eigenen Haustür stand irh Auto mit laufenden Motor und es wurde auch noch gehupt. Der verwöhnte Sohn der Familie stieg ins Auto. Ging wohl noch mal ins nächste Kaufhaus, noch größere Geschenke aussuchen.
weiterlesen »
Heiligabend. Immer noch kein Weihnachtsbaum in Sicht. Die vorsichtige Erwähnung des Wortes „Kunstbaum” von Mama führte zu einem Streit, der sich fast schon wie der Vorabend einer Scheidung anfühlte. Das heftige Zugknallen der Haustür beendete die Diskussion. Papa war draussen. Von dort hört ich seine sehr laute Stimme, als sie meinen Namen rief. Auch ein verzweifeltes Kulleraugengesicht Richtung Mama würde mir jetzt nicht helfen, also ergab ich mich meinem Schicksal.
weiterlesen »