Yes we can

Es ist also vollbracht. Amerika hat nicht nur mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung einen neuen Präsidenten gewählt, sondern aus europäischer mehrheitlich richtig gewählt. Ist das aber wirklich so? Bringt der 44. Präsident mit dem Namen Barack Obama wirklichen den Wechsel und wenn ja, welche Auswirkungen hat er für uns?

Bevor wir uns der Beantwortung dieser Frage zuwenden, sollten wir festhalten, dass die USA auf jeden Fall ein innenpolitischer Kurswechsel erwartet. Das Land wir ein neues, menschlicheres Gesicht bekommen. Wichtige Bereiche wie das Gesundheits- und Bildungssystem, in denen es eine sehr große Benachteiligung von Einkommensschwachen gibt, stehen auf der Agenda von Obama. Insbesondere die Abstammung von Barack Obama könnte dazu führen, dass Amerika zu dem Land zusammenwächst, was es immer schon sein wollte. Obama steht für Hoffnung, für ein Versprechen auf einen Neuanfang.

Bei aller Euphorie sollte aber nicht vergessen werden, welchen Preis die Europäer zahlen werden. Präsident Obama wir die Truppenkontingente im Irak und Afghanistan reduzieren. Da diese Länder keinesfalls als befriedet gelten, werden Soldaten aus Europa die Lücke füllen müssen. Gerade an Deutschland dürften in dieser Hinsicht hohe Erwartungen gestellt werden.

Eine Stärkung der amerikanischen Wirtschaft wird wohl zu den Dingen gehören, die Obama in den ersten hundert Tagen seiner ab dem 20. Januar beginnenden Regierungszeit angehen muss. Grob verkürzt lässt sich Wirtschaft vor allem dadurch ankurbeln, dass die Export zunehmen und die Import zurückgehen. Letzteres bedeutet gerade auch für Deutschland ein Absatzeinbruch auf einem der wichtigsten Märkte. Das uns dies in einer Phase des Abschwungs erwischen wird, macht es umso ungünstiger für uns.

Für uns gäbe es daher keinen Grund, den Sieg zu feiern. Trotzdem tun wir es. Wir feiern, weil die Freude der Amerikaner ansteckend ist, weil wir in Gesichter von US-Bürgern blicken, uns selbst erkennen und sehen, dass wir letztendlich in einer gemeinsamen Welt leben. Einer Welt, die mit Obama wieder zusammenrücken wird. Die gemeinsame Hoffnung, die uns verbindet, ist der Traum von der Überbrückung der Spaltung.

Kommentar verfassen