Webshops mit WordPress, Teil 3

Webshops mit WordPress, Teil 3

Für eine Verknüpfung von WordPress mit einem Shop sind drei Wege denkbar:

  • Integration eines externen Shops in WordPress
  • Erweiterung von WordPress durch ein Shop-Plugin
  • Einbindung von WordPress in ein vorhandenes Shopsystem

Die Idee beim ersten Ansatz ist es, den Zahlungsvorgang und die Artikelverwaltung über einen externen Anbieter zu realisieren. In WordPress werden lediglich die Artikel, die gekauft werden können, auf einer Seite angezeigt. Wählt der Kunden einen der Artikel aus und will diesen bestellen, so gelangt er dann auf die externe Seite. Im günstigsten Fall wird verläuft der Bestellvorgang innerhalb eines Iframes, so dass sich das Design der Seite für den Kunden nicht ändert. Benötigt wird zusätzlich zum Plugin oder Skript, mit dem die Einbindung realisiert wird ein Kundenaccount beim externen Anbieter – zusätzlich unter Umständen auch noch ein so genannter API-Key, mit dem sich das Plugin dann beim Anbieter autorisiert. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass die gesamte Abwicklung über den externen Dienstleister läuft – auch die Zahlungsabwicklung. Der Aufwand, den man mit diesem Shop hat, ist vergleichsweise gering. Allerdings trifft dies auch auf die Flexibilität zu. Je nach Anbieter ist man auf bestimmte Produkte und Variationen festgelegt. Gleichzeitig ist der Dienstleister Prozentual am eigenen Umsatz beteiligt oder aber man erhält selber nur eine Verkaufsprovision (amazon Affiliate Programm).

Der zweite Möglichkeit, WordPress mit einem Shop zu verbinden, bietet gegenüber der ersten Lösung ein deutlich höheres Maß an Flexibilität. Der Shop wird nicht in einem Iframe dargestellt, sondern ist fester Bestandteil der Seite. Bei der Gestaltung des Shops steht einem die gesamte Flexibiltät von WordPress zur Verfügung. Die Verwaltung der erfolgt nicht extern, sondern direkt im Backend von WordPress. Bestell- und Zahlungsabwicklung erfolgen über WordPress. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bestimmte Zahlungsarten nicht ohne weiteres angeboten werden dürfen. So gelten zum Beispiel für die Zahlung per Kreditkarte strenge Vorschriften. Neben der obligatorischen SSL-Verschlüsselung der Daten muss die Sicherheit des Shops extern geprüft und Zertifiziert werden. Diese Zertifizierung dürfte durch den damit verbundenen Aufwand und und die entstehenden Kosten nicht in Frage kommen. Es empfiehlt sich daher, die Zahlungsabwicklung über eine externe Clearingstelle, wie etwa PayPal (www.paypal.de) zu realisieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Shop-Plugin für WordPress dies vorsieht oder die notwendigen Schnittstellen anbietet. Fehlen diese, ist der Zahlungsabwicklung entsprechend eingeschränkt auf Vorkasse, Überweisung nach Rechnungserhalt und Nachnahme. Auch wenn die zweite Ansatz, einen Shop über ein Plugin zu realsieren als ideale Lösung erscheint, sollten die Nachteile nicht verschwiegen werden. WordPress ist vornehmlich als Blog und nicht als Onlineshop konzipiert. Ein Shop, der als Plugin in WordPress läuft, kann daher schon allein auf Grund der Datenbankstruktur nicht mit einem Shopsystem mithalten. Eigenständige Shoplösungen enthalten in der Regel auch ein vielfaches Mehr an Funktionen rund um den Verkauf, Bestellabwicklung und Lagerverwaltung, als sie ein einfaches WordPress-Plugin bieten kann. Daher eignet sich die Kombination von WordPress mit einem Shop-Plugin für kleinere Shops mit nur wenigen Artikel und einer überschaubaren Anzahl an Bestellungen pro Tag.

Die letzte Möglichkeit einer Kombination von WordPress und Shop besteht darin, nicht einen Shop in WordPress zu integrieren, sondern einen spezialisierte Shoplösung um einen WordPress-Blog zu erweitern. Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass einem somit die Mächtigkeit eines ausgewachsenen Onlineshops zur Verfügung steht, der tausende von Artikeln, Kategorien und Bestellung problemlos handeln kann. Solche Shops sollten zudem über entsprechende Importschnittstellen verfügen, mit denen sich Warenkatalog als CSV-Dateien einlesen lassen. Gerade bei einem umfangreichen Produktkatalog ist dies unverzichtbar. Die Integration von WordPress lässt sich so gestalten, dass der Kunden nicht merken wird, dass sich hinter einem einheitlichen Design zwei Systeme verbergen, bei dem die Daten sauber voneinander getrennt sind. Allerdings hat dieses Verfahren auch Nachteile. Oft ist es so, dass durch die Trennung der Daten der Kunde zwei seperate Benutzerkonten benötigt – eins für Bestellungen im Shop und das andere für Anmeldung am Blog, um Kommentare zu verfassen. Eine enge Verknüpfung von Produkt und Blogeintrag ist nicht ohne weiteres möglich. Zudem werden Shop und Blog getrennt voneinander über das jeweilige Backend verwaltet.

15 Replies to “Webshops mit WordPress, Teil 3”

  1. Mhhh, lassen wir WordPress lieber eine Blogsoftware sein, sie als CMS zu verwenden ist ja ne gute Sache, aber als SHOP ein Script mit über 200 Dateien zu verwenden? Okay, wenn der Onlineshop kaum Besucher hat, mag das gehen, aber man stelle sich vor, amazon.de wäre powered by wordpress :-).

  2. @Crazyblogger: amazon lässt sich nicht mit den Anforderungen „normaler“ Shop-Kunden vergleichen. Für die meisten Kunden muss es auf Grund des Budgets eine Open-Source Lösung sein (nicht jeder kann sich nur für den Shop eine eigene Entwicklungsabteilung leisten).

  3. Hi, bei den Zahlarten hast Du völlig Recht. Es ist nicht so einfach an eine Kreditkartenabrechung für Online Shops heranzukommen. Es geht aber dennoch recht einfach, wenn man es mittels eines E-Payment Dienstleister einbindet.

  4. Sicherlich ist WordPress einfach eine geniale Software und auch ich nutze sie für schöne Blogs und hier und da mal als CMS. Als Shopsystem mit Kreditkarten Abrechnung denke ich gibt es weit bessere Möglichkeiten und gerade der Punkt der Payment Implementierung z.B. eines Kreditkarten Zahlungssystems bieten meist nur hochwertige und teuere Shopsysteme, selten Open Source Programme.

  5. @Kreditkarten Blog: Ich denke, gerade bei den Zahlungssysteme spricht erstmal nichts gegen Open Source Lösungen (nur würde ich dafür nicht WordPress nehmen, sondern zum Beispiel Magento). Es muss nur klar sein, dass Open Source nicht bedeutet, dass alles kostenlos ist – wie zum Beispiel die Entwicklung einer Zahlungsschnittstelle, Es gib aber, gerade bei den E-Payment Dienstleistern, einige, die kostenlose Implementierung anbieten. Sie verdienen dann später eben am Umsatz mit.

  6. Es scheint ja noch keine wirklich 100%ige Lösung zu geben. Jede Möglichkeit hat so ihre Vorteile und Tücken, und man kommt nicht ohne viel know-how zum Ziel. Für jemanden, der sich nicht so gut mit Shopsystemen auskennt, ist es ein ziemliches Problem seinen Blog an zu passen, was wohl einige Anbieter schon zu Anfang abschrecken dürfte.
    Ich würde auch eher ein Opensource System, aus Kostengründen, vorziehen, was sich ja noch schwieriger gestaltet, da es keinen vernünftigen Support giebt. Mal abwarten was die Zukunft bringt!

  7. auch ich würde für einen Shop kein WordPress nehmen. schaut mal für joomla gibt es super erweiterungen oder wirklich gute Shop-Systeme. Und muss eine Kreditkartenfunktion wirklich integriert sein? In einem Shop, den ich betreue, zahlen noch keine 3% der User mit Kreditkarten

  8. @Referent: Genaue Zahlen habe ich gerade nicht zu Hand, aber in Bezug auf WordPress und Magento kann ich dir sagen, dass bei der Anzahl an Querries von Magento WordPress nicht weiter ins Gewicht fällt.

  9. WordPress ist ja ein anerkannt gutes Blog System, aber als Shop? Sind da nicht spezielle Shop systeme (xtCommerce z.B.) nicht besser geeignet?

  10. Um dem Thema eine aktuelle Note zu verleihen, möchte ich auf das lange entwickelte und verbesserte WP-Plugin an dieser Stelle verweisen, welches vor kurzem in einer überarbeiteten Version erschienen ist:

    http://wpshopgermany.maennchen1.de/

    (Ich bin kein Affiliate und kein Entwickler, sondern nur Benutzer).

    Viele Grüße,
    James, der Kreditkartenbutler

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren