Der Bock als Gärtner

Der Bock als Gärtner

Es plant also unser Herr Innenminister Wolfgang Schäuble, jedem Bürger eine Bundes-E-Mail zur Verfügung zu stellen, mit den vertrauliche Daten, zum Beispiel mit Behörden, ausgetauscht werden können. Vermutlich wird in den nächsten Wochen Bin-Laden eine Fluggesellschaft, mit der man sicher fliegen kann ohne Angst vor Engführungen zu haben, gründen. Gaddafi eröffnet dann in den USA eine Disco-Kette.

Mal im Ernst: ausgerechnet der oberste Volksausspäher will sichere E-Mais anbieten? Unabhängig welche Motive wirklich dahinter stehen, müsste Schäuble eigentlich klar sein, dass ihm dafür etwas essentielles fehlt: Vertrauen.

Das Vertrauen der Bürger in ihn und seine Politik ist längst verspielt worden. Die meisten würden wohl derzeit eher ihr Geld einem Investmentbanker anvertrauen als dem Herrn Schäuble ihre E-Mails.

5 Replies to “Der Bock als Gärtner”

  1. Na, täusch Dich da mal nicht. Otto Normalverbraucher, diejenigen, die nicht so sehr mit Internet und so zu tun haben, also Lieschen Müller und Co. – die denken bestimmt, dass das was Tolles ist.

  2. Ungeachtet dessen – was soll uns diese „einheitliche“ staatliche Mailadresse geben, was nicht bereits jetzt mit derzeitigen Mitteln wie Signaturen oder PGP geht? Sicherlich ist es noch etwas schwierig für den Otto-Normal Bürger, dennoch funktionabel und sicher.

    Wie soll das Ganze dann funktionieren? Sämtliche überprüfbare Funktionalitäten und Algorithmen werden mit Sicherheit nicht veröffentlicht – und davon lebt eigentlich ein zuverlässiger und sicherer Verschlüsselungsalgorithmus.

    Wer darf wie, warum und wann auf was zugreifen. Wenns geht auch noch protokolliert und nachweislich … nur mein digitaler Sachbearbeiter oder werden die Signaturen untereinander ausgetauscht? Oder noch ein wichtiger Punkt: Wer stellt die privaten Schlüssel aus und gibt es davon eine Sicherungskopie bei irgend einem Amt? Ein Schelm, der …

    Was, wie geschrieben, wirklich fehlt, ist das Vertrauen in Hr. Schäuble und seinen Stab – oder besser, dem gesamten Staatsapparat.

  3. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Bundesrepublik transformiert sich in die ehemalige DDR um.

    Die Stasi ist tot, hoch lebe die Stasi!

    Schäuble als IM Mielke. Ich sollte Auswandern.

  4. Ich wage eine These: Das, was hier passiert bzw. noch kommen wird, ist nicht mit der StaSi in der ehemaligen DDR vergleichbar. Das, was hier an Möglichkeiten vorbereitet und ausgeschöpft wird, übertrifft alle kühnsten Träume der damaligen Überwacher.
    Damals hätte Mielke für derartige Mittel den vaterländischen Verdienstorden in Gold von Honecker erhalten.

  5. Ganz abgesehen von der Überwachungsdebatte: Bisher sind sämtliche IT-Groß-Projekte der Regierung ein ziemlicher Reinfall. Man denke nur nur an die jahrelangen Verzögerungen bei der Maut, an die ausgefallenen Praxistests bei der Gesundheitskart oder an das Steuererklärungs-Tool ELSTER, das im Jahre 2008 noch immer nicht auf Mac OS läuft.

    So gesehen kann man beruhigt sein, diese „Experten“ kriegen das doch eh nicht gestämmt.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren