Genfer Herbstkonventionen

Vor lauter Herbsteuphorie hatte ich völlig vergessen, dass es seit einigen Jahren etwas sehr sehr furchtbares gibt, was in dieser Jahreszeit verschärft zum Einsatz kommt: Laubbläser. Die Dinger sind sind unerträglich laut und gehen nicht nur auf die Nerven, wenn man damit morgens aus dem Schlaf gerissen wird.

Während ich hier diese Zeilen tippe, pustet irgendein Nachbar damit seine Einfahrt frei. Auch wenn ich sonst fast frei von Aggressionen (*hüstel*) bin, so steigen bei mir doch Gewaltphantasien auf, in dem ich den Nachbarn wegpuste – mit einem extrem getunten Laubbläser.

Früher, nicht ganz früher, als man Strafgefangene für die Tätigkeit genommen hat, musste Klein-Thomas sich im Herbst auch ums Laub kümmern. Aber nicht mit so neumodischen Schnick-Schnack, sondern mit Besen, Harke und Schubkarre. Das ging zwar in den Rücken, aber dafür hatten meine Eltern ja schließlich Kinder.

Gut, ich muss, auch wenn ich den Geruch etwas vermisse, zugebene, dass früher neben der Kompostierung auch gerne die thermische Entsorgung des Laubes vorgenommen wurde. Nicht gerade klimafreundlich. Wobei, hat schon mal jemand gegengerechnet, wie viel CO2 die Laubbläser erzeugen? Gesund ist das bestimmt auch nicht, was da so rauskommt.

Die einzige Alternative wäre wohl nur noch, dass Zeug einfach liegen zu lassen. Allerdings möchte ich morgens im Dunklen nicht auf einen Nachbarn treten, der auf nassem Laub ausgerutscht und sich das Genick gebrochen hat.

Kommentar verfassen