Genfer Herbstkonventionen

Genfer Herbstkonventionen

Vor lauter Herbsteuphorie hatte ich völlig vergessen, dass es seit einigen Jahren etwas sehr sehr furchtbares gibt, was in dieser Jahreszeit verschärft zum Einsatz kommt: Laubbläser. Die Dinger sind sind unerträglich laut und gehen nicht nur auf die Nerven, wenn man damit morgens aus dem Schlaf gerissen wird.

Während ich hier diese Zeilen tippe, pustet irgendein Nachbar damit seine Einfahrt frei. Auch wenn ich sonst fast frei von Aggressionen (*hüstel*) bin, so steigen bei mir doch Gewaltphantasien auf, in dem ich den Nachbarn wegpuste – mit einem extrem getunten Laubbläser.

Früher, nicht ganz früher, als man Strafgefangene für die Tätigkeit genommen hat, musste Klein-Thomas sich im Herbst auch ums Laub kümmern. Aber nicht mit so neumodischen Schnick-Schnack, sondern mit Besen, Harke und Schubkarre. Das ging zwar in den Rücken, aber dafür hatten meine Eltern ja schließlich Kinder.

Gut, ich muss, auch wenn ich den Geruch etwas vermisse, zugebene, dass früher neben der Kompostierung auch gerne die thermische Entsorgung des Laubes vorgenommen wurde. Nicht gerade klimafreundlich. Wobei, hat schon mal jemand gegengerechnet, wie viel CO2 die Laubbläser erzeugen? Gesund ist das bestimmt auch nicht, was da so rauskommt.

Die einzige Alternative wäre wohl nur noch, dass Zeug einfach liegen zu lassen. Allerdings möchte ich morgens im Dunklen nicht auf einen Nachbarn treten, der auf nassem Laub ausgerutscht und sich das Genick gebrochen hat.

One Reply to “Genfer Herbstkonventionen”

  1. Außer CO2 pusten diese Krachmacher auch noch eine Menge anderer Schadstoffe in die Umwelt. Das die Arbeit damit schneller gehen soll, möchte ich stark bezweifeln.

    Warum die Leute keinen Besen nehmen ist mir ein Rätsel. Kann nur Bequemlichkeit oder pure Dummheit sein.

    Der Nächste der mich mit so einem Ding nach der Nachtschicht aus dem Schlaf reißt, schiebe ich das laufende Gebläse in seinen Allerwertesten, versprochen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren