Evil Genius

Evil Genius

Fangen wir gleich mal mit einem Geständnis an. Ich gebe zu, bei iTunes 8 nicht die neuen Geschäftsbedingungen gelesen. Auch nicht bei Genius und auch nicht die Datenschutzbestimmungen (sofern vorhanden). Zumindest aber habe ich nichts mit Blut unterschrieben. Womit ich dann wahrscheinlich zwar nicht meine Seele, wohl aber alles andere verkauft habe.

Natürlich ist mir der Schutz persönlicher Daten nicht egal. Gleichzeitig kann ich aber den Verlockungen nicht widerstehen. Payback-Punkte? Klar sammel ich die – und noch viele andere Dinge. Mal aus Gier, mal aus Bequemlichkeit gebe ich meine Daten preis. Letzteres trifft auch für Genius, die neue Funktion von iTunes zu. Selber vernünpftige Playlisten zusammen zu stellen, liegt mir nicht so. Das Genius das jetzt für mich nach Vorgabe eines Albums oder Songs für mich übernimmt, finde ich, nun ja, genial.

Verkauf ich meine Seele? Ich denke nicht. Ist es ein leichtfertiger Umgang mit personenbezogenen Daten? Vielleicht. Es bedroht aber nicht meine Freiheit, schränkt nicht meine Bürgerrechte ein. Vor einem Verzicht sollte ich mir eher Gedanken über das machen, was ich blogge oder über Twitter poste – damit stehe ich wohl nicht allein.

Kommen wir wieder zurück auf Genius. Die ersten Versuche gestern waren sehr erfolgreich. Ich habe mir einige gute Listen basteln lassen. Die Stücke waren gut aufeinander abgestimmt. Für mich bedeutet es, dass ich mich in Zukunft nicht mit Playlisten quälen muss, damit ich neue Mischungen auf meinem iPhone zur Verfügung habe. Es kostet mich keine Mühe, keine Zeit mehr. Das ist für mich ein Zugewinn an Freiheit.

One Reply to “Evil Genius”

  1. Me to!
    Das Abwägen von Funktions- und Zeitgewinn gegen Preisgabe von Informationen ist stets schwierig. Besonders bei einem Service, den und dessen Potential man vorher nicht kennt. Ich bin noch nicht ganz mit Genius zufrieden, da ich sehr viel freie Musik und DJ-Mixe nutze, mit der iTunes offenbar wenig Anfangen kann.
    Warum bleibt aber bei der Datenübermittlung an Apple kein so ein mulmiges Gefühl übrig, als wenn Microsoft den selben Datentransfer gefordert hätte?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren