Der dunkle Ritter

Nach etwas Bedenkzeit waren DER CHEF und ich jetzt auch in Batman: Dark Knight. Auf Grund des riesigen Hypes waren unsere Erwartungen entsprechend hoch – keine gute Voraussetzung für eine objektive Filmkritik. Um es gleich vorweg zu sagen: der Film ist nettes Popkornkino, wird dem Hype, der nicht zu letzt durch den Tod von Heath Ledger befeuert wurde, nicht wirklich gerecht.

Sicher, Heath Ledger spielt den Joker mehr als nur ordentlich. Dafür fällt aber um so mehr auf, dass die schauspielerische Leistung der restlichen Darsteller so gut wie nicht vorhanden ist. Im Film spricht Joker davon, dass das von ihm angezettelte Chaos unvorhersehbar sein soll. Wäre schön gewesen, wenn das auch für die Handlung des Films zugetroffen hätte. Weite Teile waren sehr vorhersehbar, so das ein echter Spannungsbogen ausblieb.

Vor die Wahl gestellt, das hässlichen Mädchen oder dem kalifornischen Beachboy zu retten, fiel die Entscheidung von Batman logischerweise auf – aber wie wollen hier ja nicht spoilern. Es sei nur gesagt, dass das rumsitzen zwischen Benzinfässern die Gesundheit beeinträchtigen kann.

Kommen wir zu dem, was nachhaltig in Erinnerung bleiben wird vom Film: das Schmatzen von Joker. Ein kleiner Tick, der seinen Wahnsinn wundervoll unterstreicht. Über den Rest bereiten wir dann lieber den Mantel des Schweigens aus, es sei denn, man befolgt, wie bei so vielen Filmen dieser Art, die Packungsbeilage. Die besagt, dass der Genuss durch Abgabe des Gehirns an der Kasse erheblich gesteigert werden kann.

Das davon viele Gebrauch machen, merkt man immer wieder an deren Sozialverhalten im Kinosaal. Aber das hat ja eigentlich nichts mehr mit dem dunklen Ritter zu tun. Und Selbstjustiz, so eine Lehre aus dem Film, ist keine Lösung.

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