Unkeusche Wahlgedanken

Bis zur Wahl des nächsten amerikanischen Präsidenten werde ich es wohl nicht schaffen, US-Staatsbürger zu werden, um meine Stimme für einen der beiden Bewerber abzugeben. Ehrlich gesagt würde ich die US-Staatsbürgerschaft nicht mal geschenkt annehmen. Mit dem Pass, den ich habe und dem Gefühl, in einem immer näher zusammen rückenden Europa zu leben, bin ich sehr zufrieden. Sollte ich tatsächlich mal auswandern, dann höchstens innerhalb Europas – keinesfalls in die USA.

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte: im Grunde ist es für mich nicht wirklich wichtig, wenn der republikanische Kandidat, den ich, selbst wenn ich wählen könnte, nicht wählen würde, zur seiner potentiellen Vizepräsidentin ernannt hat. Auf er anderen Seite bietet das Mauerblümchen aus Alaska eine herrliche Projektionsfläche für Vorurteile, die man nichtmal aus dem Keller holen muss.

Wenn sich jemand öffentlich für Keuschheit vor der Ehe und die Abschaffung der Sexualerziehung in den Schulen ausspricht, darf man schon mal näher hinsehen. Tatsächlich ist die 17-jährige, unverheiratete, Tochter von Sarah Palin schwanger. Natürlich ist das in erster Linie Privatsache, wirft aber dennoch Fragen auf.

Entweder funktioniert das mit der Enthaltsamkeit nicht wirklich so, wie Frau Palin sich das wünscht, oder aber der Verzicht auf Sexualerziehung ist doch keine so gute Idee. Enthaltsam kann man schließlich ja nur sein, wenn man auch weiß, vor was man sich (ver-)hüten soll.

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