Linda stirbt

Linda ist kein Wirbelsturm, weder Ex-Ehefrau eines Musikers noch bekannte Bloggerin mit Leukämie, sondern schlicht und einfach eine Kartoffel. Allerdings nicht irgendeine Kartoffel, sondern gehörte lange Zeit zu den Lieblingskartoffeln in Deutschland. Insbesondere in der ökologischen Landwirtschaft wurde sie in den letzten Jahren angebaut.

Damit ist nun endgültig Schluss. Warum, dass ist schwieriger als die Entstehung eines Wirbelsturms zu erklären. In Deutschland gibt es so genanntes Bundessortenamt, dass über den rechtlichen Schutz von Pflanzen, der als Sortenschutz bezeichnet wird, wacht. Im Grunde bedeutet dies, das eine bestimmte Züchtung wie anderes geistiges Eigentum geschützt ist. Die rechtliche Folge laut Wikipedia:

Eine geschützte Sorte darf nur vom Sortenschutzinhaber oder seinem Rechtsnachfolger in Form von Vermehrungsmaterial (Pflanzen, Pflanzenteile einschl. Samen) gewerblich vertrieben werden.

Eigentümer der Sorte Linda ist die Pflanzenzuchtfirma Euorplant, die kein (wirtschaftliches) Interesse mehr an Linda hat. Als Eigentümer der Sorte verzichtete Europlant auf eine Wiedereintrag der Linda ins Sortenregister. Ohne einen Eintrag darin darf Saatgut nicht gehandelt werden. Durch diesen Trick innerhalb der gewährten Schutzzeit wird die Freigabe der Kartoffelsorte nach Ablauf der Schutzzeit ebenfalls verhindert. (Die ganze Geschichte dazu ist recht ordentlich im entsprechenden Wikipedia-Eintrag zusammengefasst.)

Auch wenn es nur eine Kartoffel ist, so sollte bei uns im Kopf eine Warnlampe leuchten, zeigt der Fall doch, was passiert, wenn Nahrungsmittel patentiert sind. Wobei ein Patent allein noch nicht das entscheidende ist. Hinzu muss noch die entsprechende Marktmacht kommen. Es kann davon ausgegangen werden, dass solche Fälle künftig zunehmen.

Kommentar verfassen