Autorartistische Depressionen

Autorartistische Depressionen

Die Zeit schreitet voran, aber der Fortschritt lässt auf sich warten. Ich müsste eigentlich schon wesentlich weiter sein, trotzdem liegen Kapitel brach. Woran liegt es? Eine kleine Selbstdiagnose.

Trotz erheblicher artistischer Verrenkungen schaffe ich es unter der Woche nicht, mich aufs schreiben zu konzentrieren. Schließlich geht es nicht um schnodrige Blogeinträge, sondern um fachlich fundiertes Wissen. Jetzt könnte man natürlich unterstellen, dass ich faul wäre. Vermutlich ist aber genau das Gegenteil der Fall. Neben einen Job, der eben nicht 9 to 5 ist, kommt noch die tägliche Zugfahrt von Bielefeld nach Essen hinzu. In einer Woche sammeln sich so 1.540 Kilometer bzw. rund 20 Stunden an.

Allen guten Vorsätzen zum Trotz bin ich dann abends nur noch platt. Geistiges arbeiten geht nicht. Bleibt das Wochenende – im Prinzip jedenfalls. Die letzten sechs Wochen fühlte ich mich allerdings dermaßen schlapp, dass ich am liebsten im Bett liegen geblieben wäre. Mehr oder minder zufällig bin ich jetzt dahinter gekommen, woran das liegt.

Schuld ist weniger das Wetter (wobei es auch in die engere Wahl gekommen ist), sondern etwas ganz anderes. Wissen mus man dazu, dass ich unter der Woche morgens grünen Tee trinke – im Büro Tee, schwarzen Kaffee, Wasser und alles andere nicht alkoholische. Nur am Wochenende trinken DER CHEF und ich morgens Kaffee mit viel Milch. Genau diese aber scheine ich nicht mehr zu vertragen. Letzten Sonntag konnte ich das gut beobachten. Vor dem Frühstück noch putzmunter, ging es mir nach dem Milchkaffee nicht mehr sehr gut.

Aber wie dem auch sei, vom Löcher in die Decke starren werde ich meiner Verpflichtung nicht nachkommen. Das viele gesammelte Material wird sich nicht von selber über Nacht in ein Kapitel verwanden, auch wenn ich davon noch so oft träume. Zusammenreißen ist angesagt, um aus dem Tal der Depressionen hinaus zu kommen und die ersten Anzeichen eines ziemlichen Burnouts hinter sich zu lassen.

Ohne Opfer geht das kaum. Meines wird fürs erste der Verzicht auf Milch im Kaffee sein (es bleibt mir ja auch nichts anderes über). Im Müsli habe ich schon seit Monaten keine mehr, sondern nur Sojamilch. Leider macht sich die im Kaffee nicht so lecker.

Ich schweife ab, merke ich gerade. Mit einem wieder mal viel zu vollen Kopf werde ich jetzt versuchen, in den neuen Tag hinein zu starten.

3 Replies to “Autorartistische Depressionen”

  1. Jetzt auch im Club der Laktose-Intoleranten angekommen? Wobei es mir neu ist, dass die schlapp macht. Führt eher zu anderen Problemen…

    Und: Sojamilch geht ja mal gar nicht! Habe Schoko-Sojamilch und laktosefreie Milch im Müsli. Das geht schon eher.

    Gute Besserung! :-)

  2. Je nachdem wieviel Kaffee du trinkst würde ich den mal weg lassen. Bei mir führt Kaffeekonsum immer dazu dass ich abends total gar gekocht bin.
    Koffeinsachen sind so der Killer wenn es um einen ausgewogenen Energiehaushalt geht.
    Seitdem ich meinen Kaffeekonsum auf zwei Tassen am Tag reduziert habe bin ich abends um ein vielfaches fitter.

    Ein weiterer, ganz profaner Grund ist natürlich dass wenn man den ganzen Tag hart arbeitet man halt einfach kaputt ist…leider ein sehr negativer Nebeneffekt der Arbeit. Ich habe keine Allergien, kann dir aber auch sagen dass ich Abends meist müde und kaputt bin ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren