Viren im Kopf

Nichts ahnend schlägt man am Samstag die Zeitung auf und landet dann ohne weiteres Zutun bei den Kleinanzeigen in der Süddeutschen Zeitung. Dramatisches ist dort zu lesen:

Hilfe
dringend Milionär ges.
um meine Hubschrauberausbildung zu vervollständigen

Der Kaffee ging nur knapp am CHEF vorbei. Nach dem der Lachanfall wieder vorüber war, stieß ich aber auf eine sehr mysteriöse Anzeige. Ein wenig erinnert sie mich an die merkwürdigen Zettelchen, die man früher in der Schule von einem Mitschüler (meistens aber eher einer Mitschülerin) bekam. Es wurden exotische Versprechungen gemacht und ein Horrorszenario für den Fall, dass man die Kette unterbricht, in den düstersten Farben beschrieben.

Versteht sich von selbst, dass ich die Zettel schon damals so behandelt habe, wie ich heute mit SPAM verfahre. Zurück aber zur Anzeige:

Novene zur Heiligen Klara: Zünden Sie auf neun aufeinanderfolgenden Tagen eine Kerze an und beten ein „Gegrüßest seist Du Maria”. Bringen Sie zwei Anliegen vor, die Ihnen unmöglich erscheinen und ein Anliegen, das Ihnen am Herzen liegt. Lassen Sie die Kerze am 9. Tag ganz abbrennen und veröffentlichen Sie diese Nachricht. Ihre Bitten werden erhört werden.

Das sieht ganz nach einem Virus aus. So eine Art analoger Computervirus, der die Gehirne von Menschen befällt und sie dazu bringt, den Virus zu replizieren. Das Beste, was man mit der erwähnten Kerze wohl machen kann, ist die Nachricht damit zu verbrennen und den Quatsch zu ignorieren. Spart dann auch neun Tage Zeit.

Eine Novene ist überings eine Frömmigkeitsübung und stammt (was die Maria schon nahelegt) aus der römisch-katholische Kirche. Mir fällt dazu nur ein, dass ich Gott sei dank evangelisch bin.

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