Nackte Tatsachen

Nackte Tatsachen

Zum Glück werde ich ja nicht für meine Blogartikel bezahlt – weder mit Geld- noch Sachspenden, um dann löbliche Artikel zu schreiben. So kann ich mir also noch eine eigen Meinung leisten. Gut, ich sehe ein, dass war jetzt doch ein wenig zu gemein als Einleitung, zumal ich ja die Woche der Friedfertigkeit habe, in der ich nicht (in Übermaßen) auf andere Blogger eindresche.

Also noch mal von Vorne. Gestern habe ich das Buch „Halbnackte Bauarbeiter” von Martina Brandl zu Ende gelesen. Ging recht schnell, nicht nur wegen des Buchumfanges, sonder weil es recht vergnüglich war. Zumindest bis kurz vor dem Ende. Die letzten beiden Kapitel und der Epilog werten meiner Meinung nach das ganze Buch ab. Oder anders ausgedrückt: Würde man nach Seite 232 die letzten Seiten rausreißen, hätte man ein deutlich besseres Buch in der Hand.

Keine Ahnung, ob vor mir schon jemand den gleichen Gedanken hatte (auch wenn das Buch als DER Spiegel-Bestseller angepriesen wird). Zu leicht rücken einen solche Vorschläge ja in die Nähe von Zensur oder Bücherverbrennung. Trotzdem bleibe ich aber dabei, dass es besser gewesen wäre, dass Ende anders zu schreiben oder, wie in meinem Vorschlag, vorher beginnen zu lassen.

Ohne jetzt das von mir kritisierte Ende im Detail zu verraten (wer gar nichts wissen will, sollte ab hier aufhören zu lesen), seien zwei Dinge dazu vorgebracht.

Zum Einen: Warum ausgerechnet Sex zu Dritt? Ich bin ja weiß Gott nicht prüde, aber das passt überhaupt nicht zur Figur. Aber gut Schwamm drüber. Viel unlogischer finde ich, dass der gute Michael in einer semi-festen Beziehung lebt und Ute noch als sexuelle Dampfventil verwendet hat. Es entsteht der Eindruck, dass die gute Frau Brandl am Ende des Buches einfach keine Lust mehr hatte und irgendwas an den Harren herbeizog, um den Umfang des Buches auf die zugesagte Seitenzahl zu bringen.

3 Replies to “Nackte Tatsachen”

  1. Um Gottes Willen, ich möchte hier keinen abhalten dieses Buch zu lesen. Ich wollte nur festgestellt haben, dass auf dem Büchermarkt ebenso eine intellektuelle Abflachung einsetzt, wie im Rest dieser Gesellschaft.

    Wer braucht bitteschön die Memoiren irgendwelcher Promis, die ohnehin ihre Bücher von Ghostwritern schreiben lassen?

    Ein Grund weshalb ich mir Bücher lieber im Laden kaufe ist der, dass ich sie „anlesen“ und anschließend entscheiden kann, ob ich sie kaufe oder nicht.

    Wer anspruchsvolles lesen will, sollte es mit den Klassikern wie Kafka, Platon oder Kant etc. versuchen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren