Nichtmehr ganz so Frischling

Nichtmehr ganz so Frischling

Für gestern Abend war eine Delegiertenvorbesprechung für den anstehenden SPD Unterbezirksparteitag in Bielefeld angesetzt. Eingeladen wurden die Delegierten des Stadtverbandes Mitte. Aber der Reihe nach. Für den am kommenden Wochenenden stattfinden Unterbezirksparteitag bin ich von meinem Ortsverein als Ersatzspieler aufgestellt worden. bedingt durch eine Terminkollision durfte ich dann von der Reservebank nachrücken (wir lernen daraus: auf der Reservebank sollte man auch nur dann sitzen, wenn man zumindest innerlich bereit ist, selber hinaus auf das Feld zu gehen).

Der Vorbesprechung gestern war noch eine Führung durch die Ausstellung „Größte Härte – Verbrechen der Wehrmacht in Polen September-Oktober 1939” vorangestellt. Nicht dass mich jemand falsch versteht: ich halte solche Ausstellungen für sehr wichtig. Grundsätzlich aber vertrete ich die Meinung, dass eine sehr textlastige Ausstellung aus didaktischer Sicht nicht unproblematisch ist. Bauchschmerzen hatte ich auch mit der Führung, wobei dass wohl eher eine persönliche Befindlichkeit von mir sein kann. Bei mir ist es einfach so, das ich in der Lage bin, selber zu lesen. Ich brauche keine Geschichtsstudentin, die, wenn auch charmant, auf kleine Pappkärtchen gestützt, zum Thema referiert und dabei genau das von sich gibt, was auch auf den tafeln zu lesen ist. Das kann ich schneller selber lesen.

Der zweite Teil des Abends bestand dann aus der bereits erwähnten Vorbesprechung. Zunächst einmal hat mich gewundert, dass aus meinem Ortsverein keiner gekommen war. Mich beschlich dabei ein ungutes Gefühl, dass zu einer deutlichen Verwirrung heranwuchs. Was zum Henker ist ein Stadtverband? Gibt es in parallel zu den Ortsvereine? Ist er ihnen übergeordnete? Ich weiß es nicht.

Allerdings habe ich auch nicht explizit danach gefragt – ganz eindeutig mein Fehler. Wie dem auch sei, nach einer kurzen Kommentierung der eingereichten Anträge zusammen mit der Empfehlung der Antragskommission (der bildungspolitische Antrag aus meinem Ortsverein, für den ich verantwortlich bin, bekam leider das Stigma Nichtbefassung, dass zu erklären würde aber jetzt zu weit führen) kam dann der Stadtbezirksvorsitzende auf die Kandidaturen zu besprechen.

Genau an dieser Stelle war es, wo für mich ein Anknüpfungspunkt entstand. Sicher, ich bin wirklich ganz frisch dabei und zum ersten Mal in Bielefeld Delegierter für einen Unterbezirksparteitag. Vor langer, langer Zeit war ich aber auch schon mal SPD-Mitglied und aktiv bei den JUSOS. Damals gab es von denen auch einen Unterbezirksparteitag – ich fürchte, bestimmte Dinge habe sich seit dem nicht verändert. Die Diskussionen um Posten, Quotierung und wem welches Mandate zustehen würde, sorgen bei mir immer wieder für das Gefühl, ganz dringend zum Klo zu müssen. Gleiches gilt für die gestern Abend gefallenen Äußerungen zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei.

All zu viele Internat sollte ich lieber nicht verraten, denn sonst werde ich wohlmöglich als Kollaborateur aufgehängt. Wobei das dann einen Bezug zur Ausstellung schaffen würde.

2 Replies to “Nichtmehr ganz so Frischling”

  1. Tja, obwohl es Bielefeld ja eigentlich nicht gibt (ich weiß ich weiß, kann kein Bielefelder mehr hören *gg*) ist es ja doch ziemlich groß. Soll eine Stadt sein, munkelt man ;-). In den verschiedenen Stadtteilen existieren Ortsvereine, z.B. Bielefeld-Bleichstraße (war Dieter Merkelkuhl auch anwesend? Der hätte Dich, hättest Du Dich als WebSozi geoutet, väterlich unter seine Fittiche genommen :-) ). Alle Ortsvereine zusammen können einen Stadtverband bilden.

    Diese Aufteilung existiert oft, einmal sogar im Kreis Kleve. Da gibt es den Stadtverband Emmerich, da dort noch ein OV Praest besteht.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren