Make my day

Make my day

Was soll man schon von einer Woche erwarten, wenn sie mit folgendem Gespräch in der Stadtbahn zwischen mir und einem etwa 18 Jahre alten Jugendlichen anfängt, dessen MP3-Player noch zwei Abteile weiter zu hören ist:

ich (sehr höflich): Würden Sie die Musik bitte etwas leiser machen?
er (die Kopfhörer abziehend): Was?
ich: Geht die Musik auch etwas leiser?
er: Wiso? Was willst du?
ich: Weil du Musik zu laut ist (mit Blick auf die konzentriert wegschauenden anderen Fahrgäste) und mich stört.
er: Mich stört sie nicht. Wenn dich die Musik stört, kannst du ja nächste Station aussteigen.

Das war dann der Moment, in dem ich mich umgedreht und wieder hingesetzt habe. In solchen Situationen weiß ich nicht, ob ich mich mehr über den Jugendlichen mit seiner lauten Musik ärgern soll oder über die Fahrgäste, denen das alles am Arsch vorbei geht, wenn jemand man Zivilcourage zeigt.

2 Replies to “Make my day”

  1. Scheißgefühl! Aber ich denke, daß Deine Reaktion angemessen war. Für Deinen Agressionsstau empfiehlt sich eine sportliche Betätigung mit begleitenden Schweißausstoß! Kopf hoch!
    p.

  2. Es gehört schon eine Menge Selbstüberwindung dazu, aber einmal getan, ist es schön zu wissen, dass man immer noch Zivilcourage hat.

    Was die anderen Pfeifen in der Straßenbahn nicht von sich behaupten können.

    Gut gemacht, weiter so!
    Oliver

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren