Zu heiß gebadet im Wahlkampf

Gerade im Wahlkampf stellt sich bei einigen Politikern die Frage, ob sie zu heiß gebadet oder zu lange gekocht wurden. Besonders beliebt scheint es zu sein, für die eigene verfehlte Politik irgendwelche Minderheiten verantwortlich zu machen.Reden wir nicht über die Streichung von Fördergeldern für Projekte mit benachteiligten Jugendlichen, schweigen wir über schlechte Bildungsangebote und fehlende Integrationsmöglichkeiten.

Es ist doch, wie Herr Koch uns zeigt, wesentlich einfacher, Ursache und Wirkung zu vertauschen und sich, ganz der Populist, vor die Wähler zu stellen und eine schnelle Abschiebung ausländischer Straftäter zu fordern. Einsperren, hart bestrafen und wenn möglich schnell abschieben – Patentrezepte, deren Unwirksamkeit schon mehrfach beweisen wurde.

Beispiel Bootcamps: Die Rückfallquote in den Vereinigten Staaten liegt bei über 80 Prozent. Sie sind untauglich zur Resozialisierung.

Beispiel ausländische Mitbürger:
Bei einem hier aufgewachsenen Menschen mit türkischem Pass stellt sich die Frage, warum er abgeschoben werden soll und sein Mittäter mit deutschem Pass nicht – vor allem aber wird es wohl garantiert niemanden helfen.

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